Saatgut-Gewinnung 1: Tomaten

Jetzt, da die Tomaten reif werden, ist es Zeit, das Saatgut für die nächste Pflanzsaison zu gewinnen. Schon seit ein paar Jahren kaufe ich keine Tomatenpflanzen mehr, sondern produziere aus den geernteten Früchten mein eigenes Saatgut. Das geht ganz einfach, ist nur ein bisschen eine Patzerei.

Zuerst schneide ich die Tomaten, aus denen ich die Samen gewinnen möchte, auseinander. Bei Cocktail-Tomaten reicht es, sie zu halbieren. Bei größeren Tomaten schneide ich die Früchte in Viertel, damit ich an alle Samen rankomme.

Für jede Tomaten-Art, aus der ich Samen gewinne, bereite ich ein doppelt gelegtes Blatt Küchenrolle vor. Ich bewahre die Samen natürlich getrennt auf, damit ich bei der Aussaat auch weiß, was am Ende rauskommt. Bei Tomaten ist das ja sehr unkompliziert, da sie selbstbestäubend und damit samenecht sind.

Danach hole ich die Samen mitsamt dem gallertartigen Fruchtfleisch mit einem Messer aus der Schale heraus und verstreiche sie auf jeweils auf der Küchenrolle. Dabei kann man eine ganz schöne Sauerei veranstalten, denn das Fruchtfleisch „saftelt“ natürlich recht stark:

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Die so aufgestrichenen Samen lege ich dann in der Küchenrolle zusammen und lasse sie für einige Tage oder Wochen an einem warmen Ort trocknen.

Nach einigen Wochen ziehe ich die Küchenrolle auseinander und schnipse mit dem Fingernagel alle Samen von der Küchenrolle herunter. Das könnte ich mir eigentlich sparen, weil die Samen auch aus der Küchenrolle heraus keimen könnten, aber ich möchte sie möglichst sauber aufbewahren.

Am Ende erhalte ich die Samen, noch teilweise mit Küchenrollenresten, und kann sie im nächsten Jahr aussäen.

Selbst gemacht: Kinderleichte Tomaten-Basilikum-Sauce

Im August wurden nach und nach die Tomaten auf meinem Balkon reif. Roh esse ich sie eigentlich nicht besonders gerne (außer Cocktail-Tomaten, die sind immer sehr lecker), deshalb habe ich die Tomaten eine Weile lang an den Stauden hängen lassen, damit eine gute Menge an reifen Tomaten zusammenkommt:

Letzte Woche hatte ich dann gut 1 Kilogramm Tomaten unterschiedlicher Art zusammen. Da ich das Basilikum heuer auch noch nicht abgeerntet hatte, pflückte ich das dazu und verarbeitete alles zu einer leckeren und wirklich einfachen Tomaten-Basilikum-Sauce. Hier das Rezept:

Zutaten

  • ~1 kg Tomaten
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • Etwas Pflanzenöl
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika,…)
  • 1 Bund frisches Basilikum
  • Optional 1 Zwiebel
  • Optional 1 Schuss Tomatenmark aus der Tube

 

Zubereitung20190903_235513

1.) Die Tomaten und das Basilikum waschen und klein schneiden. Anschließend in einer Schüssel vermengen.

2.) Zwiebel und Knoblauch schälen und klein hacken.

20190904_0004363.) Zwiebel- und Knoblauch-Stücke mit etwas Öl ein paar Minuten anbraten. Nicht braun werden lassen.

4.) Die gewürfelten Tomaten dazugeben und umrühren.

5.) Die Mischung etwa 10 Minuten lang weich kochen.

20190904_0044456.) Alles leicht durch-pürieren (mit dem Pürierstab, damit keine zu großen Tomatenstücke mehr in der Sauce sind.

7.) Die pürierte Sauce ca. 20 Minuten lang weiterköcheln lassen. Ab und zu umrühren, damit sie nicht anbrennt. Nach belieben würzen.

8.) In der Zwischenzeit saubere Gläser mit Deckel vorbereiten. Am besten nochmal mit Spülmittel auswaschen, damit sie auch wirklich steril sind.

9.) Die Sauce abschmecken und im köchelnden Zustand langsam ein Glas nach dem anderen befüllen. Den Deckel sofort draufgeben, damit die Hitze nicht entweichen kann.

10.) Optional die Gläser auf dem Kopf stehend auskühlen lassen. Das hilft dabei, das Vakuum zu erzeugen. Heutzutage wegen den Weichmachern im Deckel, die sich durch die Hitze rauslösen können, vermutlich nicht mehr zu empfehlen, ich mach’s aber trotzdem noch so.20190907_215559

Am Ende bekam ich aus meinem Kilo Tomaten gut 800 ml Sauce in 5 kleinen Gläsern raus. Freu mich schon, wenn ich sie im Winter auf die Nudeln draufgeben kann :).

Alles neu macht der Mai – auch den Balkongarten

Nach 4 grauslich kalten Wochen hatte ich dieses Wochenende endlich Zeit, meine Jungpflanzen in ihre finalen Balkontröge einzupflanzen. Hier ein paar Impressionen der 3-tägigen Gartel-Wut.

Die richtige Erd-Mischung

Dieses Jahr probiere ich folgende Mischung für die großen Pflanztröge (für Physalis, Gurken, Wurzelgemüse und Tomaten):

  • Kompost von der Kompostieranlage
  • Bio-Erde vom hiesigen Supermarkt
  • Naturerde von der hiesigen Gärtnerei
  • Einige Handvoll Hornspäne

Für die Kräuter, Wurzelgemüse und Erdmandeln habe ich ordentlich Sand von der Kompostieranlage untergemischt, um die ganze Sache lockerer zu halten.

Katzen und Erde

Da meine Kätzchen ja das Graben in der Erde lieben und so ein Blumentopf sich schon mal als Katzenklo anbietet, habe ich mir im Lagerhaus eine Unkrautschutz-Decke aus Schafwolle gekauft, die ich über die lose Erde drübergelegt habe. In die Decke schnitt ich Löcher wo die Pflanzen rausschauen sollten und pflanzte dann direkt durch diese Löcher durch:

Die Schafwolldecke hat nicht nur den Effekt, dass die Katzen jetzt nicht mehr die Erde umgraben und am ganzen Balkon verteilen können, sondern hält auch schön das Wasser und schützt so die Erde vor dem Austrocknen. Bin gespannt, wie gut das funktioniert.

Aufteilung der Pflanzen

Hängender Salat- und Kräutergarten

20190525_140027Um wie angekündigt den vertikalen Platz am Balkon zu nutzen, setzte ich meine diversen mehrjährigen Kräuter in 2 Blumenampeln. 4 Liebstöckelpflanzen (für eine leidenschaftliche Suppen-Kocherin wie mich Pflicht) kamen zusammen in die eine, ein Thymian und ein Oregano zusammen in die zweite.

Schon vor Monaten habe ich im Blog von Dachgemüse einen interessanten Beitrag über Vertical Gardening in der Ikea-Hängeaufbewahrung gesehen. Wollte ich auch versuchen, habe bei Ikea auch das passende Teil, eine Hängeaufbewahrung mit 16 Taschen (in Österreich als „STUK“ erhältlich) gesehen. Ich hab mich entschieden, die ganze Sache am Balkongeländer zu befestigen, darum habe ich die unteren beiden Taschenreihen kurzerhand umgelegt und festgenäht und dann meinen Pflücksalat in die 8 verbliebenen Taschen gepflanzt:

Erdmandeln, Erdmandeln, Erdmandeln

Die Erdmandeln, die dieses Jahr hervorragend aufgegangen sind, habe ich in 3 Pflanzkisten fürs Balkongeländer eingesetzt. Da Clio und Trixie total auf das Gras abfahren und das am Liebsten gleich auffressen würden, hängen die Kisten an der Außenseite des Balkons, wo die Kätzchen dank Katzennetz nicht rankommen:

Wurzelgemüse im Blumentopf

Da ich dieses Jahr auch rein experimentell ein paar Karotten und Wurzelpetersilie in kleinen Töpfchen vorgezogen habe, handelsübliche Blumenkisten aber zu niedrig für solche Wurzeln sind, habe ich die Wurzelpetersilie kurzerhand in 2 Blumentöpfe gepflanzt. Karotten habe ich die Sorte „Pariser Markt 4“, die sind klein und rund und passen deshalb in eine Blumenkiste.

Gute Nachbarschaft: Tomaten und Basilikum

In meinen beiden Balkon-Hochbeeten und 3 zusätzlichen 35cm-Töpfen habe ich meine Tomaten- und Basilikumpflanzen untergebracht. Insgesamt 3 Basilikum und 2x Balkontomate, 2x Rote Cocktail-Tomate, 2x Black Cherry Cocktail-Tomate, 2x gelbe Hängetomate, 2x Tigerella, 2x Andenhorn und 1x Ochsenherz haben darin Platz gefunden:

Gurken und Salat

In meinen großen Trog mit eingebautem Spalier fanden klarerweise die mexikanische Minigurke und eine der wenigen aufgegangenen Feldgurken Platz. Die Feldgurke ist bereits seit einer Woche am Blühen, bin gespannt darauf.20190526_144844

Als Unterpflanzung für die Gurken habe ich nochmal 3 Reihen Feldsalat (Vogerlsalat) gesät, bin gespannt ob der aufgeht. Dazu habe ich in die Schaffell-Decke einfach Schlitze geschnitten und direkt darunter die Samen versenkt.

 

Physalis und Kürbis im linken Eck

Auf der kleineren, linken Seite meines Balkons pflanzte ich 5 Physalis in eine 80cm-Blumenkiste. Die Blumenkiste wird schön beschattet vom großen 50x50x50cm-Topf, in dem 2 Hokkaido-Kürbisse ihre Heimat fanden. Ich hoffe, dass dadurch die pralle Sonne nicht so extrem auf die Physalis draufscheint und die Pflanzen weniger schwitzen müssen.


Jetzt kann dem Sommer nichts mehr im Wege stehen (außer dem Wetter). Ich freue mich schon auf die Ernte dieses Jahr 🙂

April: Alles sprießt

Da man ja am Jahresende traditionell zurückblickt, und ich außerdem meinen Blog jetzt endlich (re-)aktiviere, fange ich dieses Jahr schon etwas früher mit dem Jahresrückblick an.

Also, was hat sich im April 2018 so getan?

Anfang bis Ende März habe ich fleißig fast alle Samen unter die Erde gebracht. Im April ist die Saat gut aufgegangen. Hier ein paar Impressionen:

Oregano und Rosmarin waren heuer ein erster Versuch. Die Ringelblumen sind mein zweiter Versuch – im letzten Jahr hatte ich sie zum Kürbis gepflanzt und der hat ihnen ohne Gnade sowohl Sonne als auch Nährstoffe geklaut.

Die Samen der mexikanischen Minigurken und der Hokkaido-Kürbise ich aus der letztjährigen ersten eigenen Ernte gewonnen.

Die Tomaten (Cocktail-Tomaten, Black Cherry Cocktail-Tomaten, Andenhorn, Tigerella und rote Balkontomaten). Die Balkontomaten und roten Cocktail-Tomaten baue ich bereits zum dritten Mal aus selbst gewonnenem Saatgut an, die Black Cherry zum ersten Mal und Andenhorn- und Tigerella-Samen habe ich letztes Jahr aus geschenkten Biofrüchten herausgeholt.

Physalis bauen meine Eltern und ich schon seit über 7 Jahren an, dieses Jahr habe ich aber zum ersten Mal welche permanent auf meinen Balkon gepflanzt. Wie es denen in diesem sehr heißen Jahr ergangen ist, erfahrt ihr später.

Zu den Zinnien und Lilien habe ich mich mehr oder weniger überreden lassen, um ein paar „Farbtupfer“ am Balkon zu haben.

Im nächsten Post stelle ich euch eine eher exotische Knollenpflanze vor – die Erdmandel, über die ich mich heuer auch erstmalig drübergetraut habe.