Saatgut-Gewinnung 1: Tomaten

Jetzt, da die Tomaten reif werden, ist es Zeit, das Saatgut für die nächste Pflanzsaison zu gewinnen. Schon seit ein paar Jahren kaufe ich keine Tomatenpflanzen mehr, sondern produziere aus den geernteten Früchten mein eigenes Saatgut. Das geht ganz einfach, ist nur ein bisschen eine Patzerei.

Zuerst schneide ich die Tomaten, aus denen ich die Samen gewinnen möchte, auseinander. Bei Cocktail-Tomaten reicht es, sie zu halbieren. Bei größeren Tomaten schneide ich die Früchte in Viertel, damit ich an alle Samen rankomme.

Für jede Tomaten-Art, aus der ich Samen gewinne, bereite ich ein doppelt gelegtes Blatt Küchenrolle vor. Ich bewahre die Samen natürlich getrennt auf, damit ich bei der Aussaat auch weiß, was am Ende rauskommt. Bei Tomaten ist das ja sehr unkompliziert, da sie selbstbestäubend und damit samenecht sind.

Danach hole ich die Samen mitsamt dem gallertartigen Fruchtfleisch mit einem Messer aus der Schale heraus und verstreiche sie auf jeweils auf der Küchenrolle. Dabei kann man eine ganz schöne Sauerei veranstalten, denn das Fruchtfleisch „saftelt“ natürlich recht stark:

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Die so aufgestrichenen Samen lege ich dann in der Küchenrolle zusammen und lasse sie für einige Tage oder Wochen an einem warmen Ort trocknen.

Nach einigen Wochen ziehe ich die Küchenrolle auseinander und schnipse mit dem Fingernagel alle Samen von der Küchenrolle herunter. Das könnte ich mir eigentlich sparen, weil die Samen auch aus der Küchenrolle heraus keimen könnten, aber ich möchte sie möglichst sauber aufbewahren.

Am Ende erhalte ich die Samen, noch teilweise mit Küchenrollenresten, und kann sie im nächsten Jahr aussäen.