Kürbisse und ihre Problemzonen

Heuer habe ich zum dritten Mal zwei Hokkaido-Kürbisse auf meinem Balkon angepflanzt. In den letzten Jahren habe ich ohne Probleme immer zwei Kürbisse pro Pflanze ernten können, nur dieses Jahr gestalten sich die Wachstumsphase und die Befruchtung der Pflanzen und Blüten leider etwas schwierig. Das liegt vor allem an den folgenden drei Punkten.

Kürbis-Bestäubung: Eine Frage des Timings

Auf meinen Balkon im dritten Stock kommen leider nicht viele Bienen. Da Kürbisblüten sich in den Morgenstunden öffnen, sind auch die Nachtschwärmer um diese Zeit schon weg. Also bleibt nur die Bestäubung per Hand. Dazu müssen zumindest eine männliche und eine weibliche Blüte am selben Tag geöffnet sein:

Dieses Jahr hatte ich bisher großes Pech mit dem Timing. Es gab Tage, da waren drei oder vier männliche Blüten gleichzeitig offen, aber weit und breit keine weibliche Blüte. Dann gab es Tage, an denen schöne weibliche Blüten aufgegangen waren, aber die männlichen noch nicht so weit waren.

Erst letzten Donnerstag habe ich es geschafft, die erste weibliche Kürbisblüte dieses Jahr zu bestäuben – und selbst dafür musste ich männliche Blüten aus dem Garten meiner Eltern stibitzen, weil am Balkon einfach keine offen waren.

In nächster Zeit werden nochmal einige weibliche Blüten heranreifen, ich hoffe, dass ich dann auch noch einige von ihnen bestäuben kann. Insgesamt schon recht spät, aber noch haben die Früchte etwas Zeit, um reif zu werden.

Mehltau: Laugt die Pflanzen aus

Schon ab Mitte Juni hatte ich beginnenden Befall mit falschem Mehltau (der sowohl auf der Ober- als auch der Unterseite der Kürbisblätter weiße Flecken bildet). Mehltau ist eine Pilzerkrankung, der die Blätter nach und nach auslaugt und sich bei starkem Befall auf die gesamte Pflanze ausbreiten kann.

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Mehltau an Kürbisblatt

Ich habe in einem früheren Blog-Post bereits über den Mehltau berichtet, der auch meine Gurke schließlich dahingerafft hat (mit etwas Hilfe von grabenden Katzen). Ich habe zur Behandlung die folgenden Dinge ausprobiert:

  • Befallene Pflanzenteile entfernen
  • Milch-Wasser-Mischung aufsprühen
  • Backpulver-Wasser-Öl-Mischung aufsprühen

Das Entfernen der Pflanzenteile verlangsamt die Ausbreitung des Pilzes, aber man darf nicht zu viel entfernen, sonst kann die Pflanze nicht mehr leben. Die Milch-Wasser-Mischung hat den Pilz verschlimmert, erst die Backpulver-Wasser-Öf-Mischung hat den Pilz auf den befallenen Blättern effektiv abgetötet.

Dieses hausgemachte Fungizid hatte allerdings einen bösen Nebeneffekt: Das Wachstum der Blüten wurde enorm eingeschränkt. Während der 3-wöchigen Behandlung entstand keine einzige weibliche Blüte. Erst, als ich die Behandlung einstellte, kamen wieder welche.

Fäule – Tötet Blüten in den Kinderschuhen

Zu guter Letzt sind gerade in den letzten zwei Wochen, die etwas kühler und feuchter waren, einige Blüten einfach überhaupt nicht „reif“ geworden. Sie sind stattdessen zuerst gelb und dann braun geworden, vermutlich irgend eine Art von Fäule. Erst, als es wieder schöner wurde, sind wieder weibliche Blüten aufgegangen.


Mal sehen, ob ich trotz dieser Probleme noch ein paar Früchte ernten kann. Der erste Kürbis, den ich heuer bestäubt habe, wächst schon recht schön:

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Bestäubter Kürbis (Fruchtknoten)

Alles neu macht der Mai – auch den Balkongarten

Nach 4 grauslich kalten Wochen hatte ich dieses Wochenende endlich Zeit, meine Jungpflanzen in ihre finalen Balkontröge einzupflanzen. Hier ein paar Impressionen der 3-tägigen Gartel-Wut.

Die richtige Erd-Mischung

Dieses Jahr probiere ich folgende Mischung für die großen Pflanztröge (für Physalis, Gurken, Wurzelgemüse und Tomaten):

  • Kompost von der Kompostieranlage
  • Bio-Erde vom hiesigen Supermarkt
  • Naturerde von der hiesigen Gärtnerei
  • Einige Handvoll Hornspäne

Für die Kräuter, Wurzelgemüse und Erdmandeln habe ich ordentlich Sand von der Kompostieranlage untergemischt, um die ganze Sache lockerer zu halten.

Katzen und Erde

Da meine Kätzchen ja das Graben in der Erde lieben und so ein Blumentopf sich schon mal als Katzenklo anbietet, habe ich mir im Lagerhaus eine Unkrautschutz-Decke aus Schafwolle gekauft, die ich über die lose Erde drübergelegt habe. In die Decke schnitt ich Löcher wo die Pflanzen rausschauen sollten und pflanzte dann direkt durch diese Löcher durch:

Die Schafwolldecke hat nicht nur den Effekt, dass die Katzen jetzt nicht mehr die Erde umgraben und am ganzen Balkon verteilen können, sondern hält auch schön das Wasser und schützt so die Erde vor dem Austrocknen. Bin gespannt, wie gut das funktioniert.

Aufteilung der Pflanzen

Hängender Salat- und Kräutergarten

20190525_140027Um wie angekündigt den vertikalen Platz am Balkon zu nutzen, setzte ich meine diversen mehrjährigen Kräuter in 2 Blumenampeln. 4 Liebstöckelpflanzen (für eine leidenschaftliche Suppen-Kocherin wie mich Pflicht) kamen zusammen in die eine, ein Thymian und ein Oregano zusammen in die zweite.

Schon vor Monaten habe ich im Blog von Dachgemüse einen interessanten Beitrag über Vertical Gardening in der Ikea-Hängeaufbewahrung gesehen. Wollte ich auch versuchen, habe bei Ikea auch das passende Teil, eine Hängeaufbewahrung mit 16 Taschen (in Österreich als „STUK“ erhältlich) gesehen. Ich hab mich entschieden, die ganze Sache am Balkongeländer zu befestigen, darum habe ich die unteren beiden Taschenreihen kurzerhand umgelegt und festgenäht und dann meinen Pflücksalat in die 8 verbliebenen Taschen gepflanzt:

Erdmandeln, Erdmandeln, Erdmandeln

Die Erdmandeln, die dieses Jahr hervorragend aufgegangen sind, habe ich in 3 Pflanzkisten fürs Balkongeländer eingesetzt. Da Clio und Trixie total auf das Gras abfahren und das am Liebsten gleich auffressen würden, hängen die Kisten an der Außenseite des Balkons, wo die Kätzchen dank Katzennetz nicht rankommen:

Wurzelgemüse im Blumentopf

Da ich dieses Jahr auch rein experimentell ein paar Karotten und Wurzelpetersilie in kleinen Töpfchen vorgezogen habe, handelsübliche Blumenkisten aber zu niedrig für solche Wurzeln sind, habe ich die Wurzelpetersilie kurzerhand in 2 Blumentöpfe gepflanzt. Karotten habe ich die Sorte „Pariser Markt 4“, die sind klein und rund und passen deshalb in eine Blumenkiste.

Gute Nachbarschaft: Tomaten und Basilikum

In meinen beiden Balkon-Hochbeeten und 3 zusätzlichen 35cm-Töpfen habe ich meine Tomaten- und Basilikumpflanzen untergebracht. Insgesamt 3 Basilikum und 2x Balkontomate, 2x Rote Cocktail-Tomate, 2x Black Cherry Cocktail-Tomate, 2x gelbe Hängetomate, 2x Tigerella, 2x Andenhorn und 1x Ochsenherz haben darin Platz gefunden:

Gurken und Salat

In meinen großen Trog mit eingebautem Spalier fanden klarerweise die mexikanische Minigurke und eine der wenigen aufgegangenen Feldgurken Platz. Die Feldgurke ist bereits seit einer Woche am Blühen, bin gespannt darauf.20190526_144844

Als Unterpflanzung für die Gurken habe ich nochmal 3 Reihen Feldsalat (Vogerlsalat) gesät, bin gespannt ob der aufgeht. Dazu habe ich in die Schaffell-Decke einfach Schlitze geschnitten und direkt darunter die Samen versenkt.

 

Physalis und Kürbis im linken Eck

Auf der kleineren, linken Seite meines Balkons pflanzte ich 5 Physalis in eine 80cm-Blumenkiste. Die Blumenkiste wird schön beschattet vom großen 50x50x50cm-Topf, in dem 2 Hokkaido-Kürbisse ihre Heimat fanden. Ich hoffe, dass dadurch die pralle Sonne nicht so extrem auf die Physalis draufscheint und die Pflanzen weniger schwitzen müssen.


Jetzt kann dem Sommer nichts mehr im Wege stehen (außer dem Wetter). Ich freue mich schon auf die Ernte dieses Jahr 🙂