Erdmandel-Ernte

Letztes Wochenende war es wieder so weit – die Erdmandeln konnten geerntet werden. Die Pflanzen sind, wie im Beitrag Anzucht-Tagebuch: Erdmandeln beschrieben, letztes Jahr sehr gut aufgegangen und ich habe meine Anbaufläche von zwei auf drei Blumenkisten erweitert.

Um ganz ehrlich zu sein – ich habe eine der Kisten bereits Ende Dezember abgeerntet, wollte die anderen allerdings noch etwas weiter ausreifen lassen und habe sie zuerst im Treppenhaus und ab Februar nochmal im Wohnzimmer stehen lassen. Wirklich gebracht hat das nichts, aber das Endergebnis kann sich trotzdem sehen lassen…

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Selbst gemachte Erdmandelmilch

Da ich ja Ende letzten Jahres meine erste Erdemandel-Ernte eingefahren habe, wollte ich bald mal das in Spanien besonders beliebte Getränk „Horchata de Chufa“ (Erdmandelmilch) ausprobieren. Dabei handelt es sich um einen Extrakt von gemahlenen Erdmandeln, dem Wasser und etwas Zucker zugesetzt wird.

Wie das Getränk geworden ist, erfahrt ihr hier.


Arbeitszeit: Ca. 1 Stunde reine Arbeitszeit, mehrere Stunden Wartezeit

Zutaten:

  • Ca. 100 Gramm getrocknete Erdmandeln
  • Ca. 700 ml Wasser
  • Ca. 70 Gramm Zucker
  • Zimt
  • Standmixer, Sieb

Zugrunde liegendes Rezept (abgewandelt): https://www.enforex.com/spanisch/kultur/horchata.html 


Zubereitung

Am Freitag Nachmittag begann ich mal damit, die getrockneten Erdmandeln ordentlich zu wässern. Ich füllte sie in zwei Gläser mit Deckel und bedeckte sie komplett mit Wasser. Nach 24 Stunden hatten sie etwa das doppelte an Volumen erreicht und sich schön voll gesogen:

Am Samstag Nachmittag füllte ich die voll gesogenen Erdmandeln mit etwa 30% des Wassers in den Standmixer und mixte sie in einigen Durchgängen (mit zwischenzeitlichem Umrühren) zu einer cremigen Paste, die wunderbar nussig roch:

Nach dem Zerkleinern goss ich die Paste mit etwa 500ml Wasser auf und stellte sie für einige Stunden in den Kühlschrank:

In der Nacht fügte ich dann noch den Zucker und etwas Zimt hinzu und rührte einige Minuten kräftig um, bis dieser sich aufgelöst hatte. Danach kam die Mischung wieder in den Kühlschrank.

Am Sonntag Nachmittag war es dann so weit, dass ich die Mischung mit einem Sieb ordentlich aussieben konnte. Das daraus entstandene Getränk sieht sogar recht appetitlich aus, ein bisschen wie Schokomilch:


Der Geschmackstest

Die Erdmandelmilch schmeckt hervorragend. Sie ist vielleicht etwas süß geraten, aber im Abgang schmeckt sie ganz toll nach Mandeln und ist wunderbar erfrischend. Das Wetter hat zum Glück auch mitgespielt und so saß ich mit meinem Drink am Balkon in der Sonne und entspannte mich nach dem anstrengenden Auspflanzen.

Die übrig gebliebene Mandel-Paste vom Siebe-Durchgang setzte ich am Sonntag spontan ein zweites Mal mit 500ml Wasser und 40 Gramm Zucker an (versuchsweise). Auch diese Mischung schmeckte nach 24 Stunden im Kühlschrank und neuerlichem Aussieben ganz lecker und war dann auch weniger süß. Sogar Trixie wollte davon naschen, so gut war das 🙂

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Insgesamt gingen sich etwa 1 Liter reine Erdmandelmilch in zwei Durchgängen aus, die ich über 3 Tage hinweg genießen konnte.

Für die Zukunft

Mit der nächsten Ernte werde ich womöglich noch ein drittes Mal Ansetzen probieren, bin gespannt wie weit ich die Erdmandeln „strecken“ kann. Erdmandelmilch werde ich auf jeden Fall wieder machen.

Die Wartezeit zwischen den einzelnen Arbeitsschritten kann man vermutlich um einiges verkürzen. Ich würde die Erdmandeln nicht unter 12 Stunden im Wasser quellen lassen, aber die Zeit zwischen Zermahlen, Zucker Zugeben und Sieben kann man sicher auf die Hälfte reduzieren.

Alles neu macht der Mai – auch den Balkongarten

Nach 4 grauslich kalten Wochen hatte ich dieses Wochenende endlich Zeit, meine Jungpflanzen in ihre finalen Balkontröge einzupflanzen. Hier ein paar Impressionen der 3-tägigen Gartel-Wut.

Die richtige Erd-Mischung

Dieses Jahr probiere ich folgende Mischung für die großen Pflanztröge (für Physalis, Gurken, Wurzelgemüse und Tomaten):

  • Kompost von der Kompostieranlage
  • Bio-Erde vom hiesigen Supermarkt
  • Naturerde von der hiesigen Gärtnerei
  • Einige Handvoll Hornspäne

Für die Kräuter, Wurzelgemüse und Erdmandeln habe ich ordentlich Sand von der Kompostieranlage untergemischt, um die ganze Sache lockerer zu halten.

Katzen und Erde

Da meine Kätzchen ja das Graben in der Erde lieben und so ein Blumentopf sich schon mal als Katzenklo anbietet, habe ich mir im Lagerhaus eine Unkrautschutz-Decke aus Schafwolle gekauft, die ich über die lose Erde drübergelegt habe. In die Decke schnitt ich Löcher wo die Pflanzen rausschauen sollten und pflanzte dann direkt durch diese Löcher durch:

Die Schafwolldecke hat nicht nur den Effekt, dass die Katzen jetzt nicht mehr die Erde umgraben und am ganzen Balkon verteilen können, sondern hält auch schön das Wasser und schützt so die Erde vor dem Austrocknen. Bin gespannt, wie gut das funktioniert.

Aufteilung der Pflanzen

Hängender Salat- und Kräutergarten

20190525_140027Um wie angekündigt den vertikalen Platz am Balkon zu nutzen, setzte ich meine diversen mehrjährigen Kräuter in 2 Blumenampeln. 4 Liebstöckelpflanzen (für eine leidenschaftliche Suppen-Kocherin wie mich Pflicht) kamen zusammen in die eine, ein Thymian und ein Oregano zusammen in die zweite.

Schon vor Monaten habe ich im Blog von Dachgemüse einen interessanten Beitrag über Vertical Gardening in der Ikea-Hängeaufbewahrung gesehen. Wollte ich auch versuchen, habe bei Ikea auch das passende Teil, eine Hängeaufbewahrung mit 16 Taschen (in Österreich als „STUK“ erhältlich) gesehen. Ich hab mich entschieden, die ganze Sache am Balkongeländer zu befestigen, darum habe ich die unteren beiden Taschenreihen kurzerhand umgelegt und festgenäht und dann meinen Pflücksalat in die 8 verbliebenen Taschen gepflanzt:

Erdmandeln, Erdmandeln, Erdmandeln

Die Erdmandeln, die dieses Jahr hervorragend aufgegangen sind, habe ich in 3 Pflanzkisten fürs Balkongeländer eingesetzt. Da Clio und Trixie total auf das Gras abfahren und das am Liebsten gleich auffressen würden, hängen die Kisten an der Außenseite des Balkons, wo die Kätzchen dank Katzennetz nicht rankommen:

Wurzelgemüse im Blumentopf

Da ich dieses Jahr auch rein experimentell ein paar Karotten und Wurzelpetersilie in kleinen Töpfchen vorgezogen habe, handelsübliche Blumenkisten aber zu niedrig für solche Wurzeln sind, habe ich die Wurzelpetersilie kurzerhand in 2 Blumentöpfe gepflanzt. Karotten habe ich die Sorte „Pariser Markt 4“, die sind klein und rund und passen deshalb in eine Blumenkiste.

Gute Nachbarschaft: Tomaten und Basilikum

In meinen beiden Balkon-Hochbeeten und 3 zusätzlichen 35cm-Töpfen habe ich meine Tomaten- und Basilikumpflanzen untergebracht. Insgesamt 3 Basilikum und 2x Balkontomate, 2x Rote Cocktail-Tomate, 2x Black Cherry Cocktail-Tomate, 2x gelbe Hängetomate, 2x Tigerella, 2x Andenhorn und 1x Ochsenherz haben darin Platz gefunden:

Gurken und Salat

In meinen großen Trog mit eingebautem Spalier fanden klarerweise die mexikanische Minigurke und eine der wenigen aufgegangenen Feldgurken Platz. Die Feldgurke ist bereits seit einer Woche am Blühen, bin gespannt darauf.20190526_144844

Als Unterpflanzung für die Gurken habe ich nochmal 3 Reihen Feldsalat (Vogerlsalat) gesät, bin gespannt ob der aufgeht. Dazu habe ich in die Schaffell-Decke einfach Schlitze geschnitten und direkt darunter die Samen versenkt.

 

Physalis und Kürbis im linken Eck

Auf der kleineren, linken Seite meines Balkons pflanzte ich 5 Physalis in eine 80cm-Blumenkiste. Die Blumenkiste wird schön beschattet vom großen 50x50x50cm-Topf, in dem 2 Hokkaido-Kürbisse ihre Heimat fanden. Ich hoffe, dass dadurch die pralle Sonne nicht so extrem auf die Physalis draufscheint und die Pflanzen weniger schwitzen müssen.


Jetzt kann dem Sommer nichts mehr im Wege stehen (außer dem Wetter). Ich freue mich schon auf die Ernte dieses Jahr 🙂

Im Porträt: Erdmandel (Teil 1)

Die Erdmandel (Cyperus esculentus) ist eine Zyperngras-Art, die im November/Dezember zur Erntezeit kleine, ca 0,5 bis 1cm große Knollen ausbildet. Die Knollen sind essbar (roh oder getrocknet und gemahlen) und vor allem in Spanien, wo die Erdmandel angebaut wird, anscheinend recht beliebt. Wenn sie sich wohlfühlt, kann diese Pflanze sich weitläufig und von selbst (entweder durch unterirdische Ableger oder durch übriggebliebene Knollen) weit ausbreiten, deshalb ist bei uns nur die Topfhaltung empfohlen, um invasorische Ausbreitung zu verhindern.

So weit die Theorie. Was ist mit der Praxis?

Teil 1 – Anzucht

Mit der Erdmandel habe ich letztes Jahr schon etwas geliebäugelt, nachdem ich bei unserer örtlichen Gärtnerei ein Saat-Säckchen entdeckt habe. Dieses Jahr habe ich mich schließlich entschieden, sie auszuprobieren.

Die Erdmandeln waren getrocknet und eingeschrumpelt, als sie aus der Packung kamen:

Getrocknete Erdmandeln

Die trockenen Erdmandeln müssen mindestens 24 Stunden lang vor dem Einbringen in die Erde in Wasser aufquellen, um nach der Trocknung keimfähig zu werden:

Erdmandeln quellen in Wasser auf

Nach den 24 Stunden waren die kleinen Mandeln schön aufgequollen und sahen dann ein bisschen wie kleine, braune Maden aus. Sie fühlten sich natürlich nicht an wie Maden, sondern waren recht glatt, mit kleinen Haarwurzeln, die aus den Knollen rausschauent:

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Die Erdmandeln waren damit bereit, unter die Erde gebracht zu werden. Dazu habe ich in kleine Töpfe (ca 10 cm Durchmesser) jeweils drei Mandeln in etwa 4 cm Tiefe eingegraben.

Wie es damit weiterging, erfahrt ihr ein anderes Mal.