Anzucht-Tagebuch: Erdmandeln

Die Erdmandel (Cyperus esculentus) ist hierzulande noch eher unbekannt. In Spanien wird sie auf Plantagen angebaut und zur sogenannten „Horchata de chufa“, der Erdmandelmilch, verarbeitet. Man kann sie wohl außerdem zu Mehl verarbeiten und als Allergiker-freundlichen Ersatz für Getreidemehl verwenden.

Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal Erdmandeln angebaut. Darüber könnt ihr in einem früheren Blog-Post bereits lesen. Die Keimfähigkeit hat mich nicht gerade umgehauen, von etwa 25 Mandeln sind nur ca. die Hälfte tatsächlich gekeimt. Geerntet habe ich aus den daraus entstandenen Pflanzen allerdings doch ein bisschen etwas, nämlich knapp 330 Gramm kleiner Mandeln (entspricht im getrockneten Zustand ca 130 Gramm):

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Erdmandel-Ernte nach 3 Monaten Trocknung

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Dieses Jahr baue ich sowohl gekaufte als auch selbst geerntete Erdmandeln an, mal sehen, wie die Keimfähigkeit im Vergleich aussieht. Ein erster Unterschied fällt gleich auf: Die gekauften Mandeln haben glattere Haut und weniger feine, abstehende Wurzelhärchen als die selbst geernteten. Ob das was bedeutet?

 

Aussaat-Vorbereitung

Wie bereits im genannten Post beschrieben, müssen Erdmandeln vor der Aussaat etwa 24 Stunden lang in lauwarmem Wasser aufquellen, um keimen zu können. Dazu habe ich die getrockneten und verschrumpelten Mandeln in ein verschließbares Rexglas gegeben und komplett mit Wasser bedeckt:

Nach insgesamt ca. 36 Stunden (und zwischenzeitlichem Wasserwechsel) waren die Knöllchen schließlich bereit für die Aussaat. Sowohl die gekauften als auch die selbst geernteten Mandeln legten im Wasser ordentlich an Größe zu und verloren ihre Falten.

14.4.: Aussaat

Ich entschied mich, meine Erdmandelkultur dieses Jahr von 2 auf 3 Balkonkästen auszuweiten. Um sicher zu gehen, dass in jedem Töpfchen zumindest eine Knolle aufgeht, pflanzte ich insgesamt 60 Mandeln (bunt gemischt zwischen gekauften und geernteten) in 15 kleine Töpfchen, also jeweils zu viert:

Die Pflanzerde mischte ich aus mehreren Substanzen zusammen – normale, torfreduzierte Bio-Blumenerde, Naturerde und ein wenig grobkörnigen Sand, um das Ganze aufzulockern. Das Substrat hielt ich jeden Tag gut feucht. Unter Tags stellte ich die Töpfchen bereits auf den Balkon, weil das Wetter zur Zeit wirklich sehr warm ist.

19.4.: Beginn der Keimphase

Bereits 5 Tage später zeigte sich das erste Grün in den ersten Töpfchen:

Viele weitere kleine Graskeime folgten in den weiteren Tagen, insgesamt dauert die Keimphase sehr lange und geht vermutlich jetzt immer noch weiter, denn der letzte neue Keim ist erst gestern aufgetaucht.

20190426_080525Das Verhältnis zwischen gesäten und gekeimten Knollen ist etwas besser als letztes Jahr –  es sind von den 60 gesäten Knollen bisher schon 42 aufgegangen. In einigen Töpfchen sind alle 4 gesäten Knollen aufgegangen, in anderen nur eine oder zwei oder drei. Ein einziges Töpfchen ist bisher noch komplett kahl, ich hoffe allerdings, dass dort auch noch etwas sprießt.

Bis zu den Eisheiligen ist es ja noch eine Weile hin, vielleicht brauchen manche Mandeln einfach etwas länger. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Insgesamt bin ich mit der Keimung der selbst geernteten Mandeln recht zufrieden, bei 42 Pflanzen kommen mindestens die Hälfte aus dem eigenen Saatgut, denn ich habe nur 21 gekaufte Mandeln ausgesät.

Wie geht’s weiter?

Bis Mitte Mai, wenn die Eisheiligen vorbei sind, verbringen die kleinen Gräser die warmen Tage am Balkon und die kühlen Nächte im Treppenhaus, denn Frost mögen sie nicht. Nach den Eisheiligen pflanze ich jeweils den Inhalt von drei Anzuchttöpfchen in drei Balkonkästen fürs Geländer. Den Rest der Pflänzchen bekommen Freunde und Arbeitskollegen.

Nach der finalen Auspflanzung heißt es warten und brav gießen, wobei die Erdmandeln auch mal vorübergehende Trockenheit wegstecken können. Das oberirdische Zyperngras dient den Katzen als kleiner Snack, während sich unterirdisch bis zum Spätherbst bzw. frühen Winter (November bis Dezember) die nächste Erdmandel-Generation ausbildet.

Sobald das Zyperngras braun wird und eintrocknet, wird es Zeit für die Ernte. Was dabei dieses Jahr rauskommt, erfahrt ihr, wenn es so weit ist…

 

Anzucht-Tagebuch: Gurken

In den letzten Jahren haben sich bei mir am Balkon bereits mexikanische Minigurken sehr gut gemacht. Die kleinen Gürkchen dieser Sorte sind etwa 2 – 3 cm lang, oval und haben außen eine ähnliche Zeichnung wie Wassermelonen:

Mexikanische Minigurke
Mexikanische Minigurke – Bild von Corey Ryan Hanson auf Pixabay

Auch dieses Jahr kommt eine dieser blattreichen und kletterfreudigen Pflanzen auf meinen Balkon. Ich möchte meinen Saatgutbestand damit mal wieder erneuern.

Zusätzlich probiere ich auch noch etwas neues aus: Von meinem Onkel (ein leidenschaftlicher Nutzgarten-Besitzer vom alten Schlag) habe ich letzten Sommer eine Feldgurke bekommen und beschlossen, davon ein paar Samen einzupflanzen um zu sehen, was daraus wird. Das Ganze ist ein absolutes Experiment, ich hab keine Ahnung, ob so eine Feldgurke überhaupt am Balkon wachsen möchte.

24./25.3.: Aussaat

Die Gurkensamen habe ich direkt in Einser- und Zweierbesetzung in kleine Töpfchen eingesetzt. Damit spare ich mir das Pikieren, denn die Pflänzchen haben so gleich bis zum finalen Auspflanzen im Mai genug Platz um ordentlich zu wachsen.

Die Samen der beiden Gurkenarten sehen zwar in etwa gleich aus, haben aber einen deutlichen Größenunterschied:

Gurkensamen-Vergleich
Feldgurken  (oben) und Minigurke (unten)

Die Feldgurken-Samen kamen mir ein wenig dünn vor, so, als wäre nicht in allen ein tatsächlicher keimfähiger Samen drin. Wie sich weiter unten zeigen wird, hatte ich mit diesem Gedanken nicht unrecht, aber ich wollte es dennoch einmal versuchen und habe gleich ein paar mehr Samen angebaut, um sicherzustellen, dass zumindest ein paar davon etwas werden.

Die Samen habe ich etwa 1 cm tief in die Erde gesteckt und zugedeckt und dann leicht mit der Gießkanne gegossen:

Danach stellte ich die Töpfchen wieder aufs Fensterbrett in meinen Anzucht-Käfig und gab ihnen jeden Tag ein wenig Wasser.

30.3. und folgend: Keimbeginn (Feldgurke enttäuschend)

Das erste zarte Grün zeigte sich nach wenigen Tagen. Zuerst sah alles ganz gut aus, in einigen Töpfchen sprießten beide eingesetzten Feldgurken-Samen:

Nach ein paar Tagen weiterer Wartezeit wurde mir allerdings klar, dass das Feldgurken-Experiment nicht besonders erfolgreich werden würde. Von 20 eingesetzten Samen entwickelten sich auch in den darauffolgenden Tagen und Wochen nicht mehr als drei gesunde und vier leider verkümmerte Pflänzchen, die nicht überlebensfähig waren, da sich an ihnen keine richtigen Keimblätter ausbildeten. Nach einer Woche welkten die Kümmerlinge dahin. Einzig die drei gesunden, voll entwickelten Pflänzchen wachsen brav und haben bereits ihr erstes richtiges Blatt ausgebildet.

Die Mini-Gurken keimten erwartungsgemäß sehr gut, von den 20 Samen, die ich davon eingesetzt habe, sind 17 ordentlich aufgegangen.

Mittlerweile haben sowohl Feld- als auch Minigurken bereits ein voll entwickeltes Gurkenblatt und einen Ansatz für das zweite Blatt. Den Größenunterschied, der sich bereits bei den Samen bemerkbar gemacht hat, sieht man übrigens auch bei den gekeimten Pflänzchen sehr gut:

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Feldgurke (links) und Minigurken (rechts)

Pflege nach der Keimung

Jetzt hege ich die Pflänzchen weiter, bis ich sie nach den Eisheiligen Mitte Mai endgültig am Balkon unterbringen kann. Ich stelle sie auch jetzt bei trockenem Wetter schon manchmal raus, damit sie sich an etwas niedrigere Temperaturen und an direktes Sonnenlicht gewöhnen.
Wasser gebe ich nicht zu viel, falls die Erde oberflächlich in der Früh noch gut feucht ist, warte ich mit dem erneuten Gießen bis zum Abend.

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie das Feldgurken-Experiment weiter voranschreitet. In den nächsten Tagen geht es weiter mit dem Pikieren von Physalis, Tomaten und Kräutern, aber dazu später mehr.

Anzucht-Tagebuch: Diverse Kräuter

Weil im letzten Sommer leider die Kätzchen meinen Thymian und meinen Oregano gnadenlos in den Boden gestampft haben, baue ich heuer wieder neue Jungpflanzen davon an und versuche außerdem, Basilikum aus selbst geernteten Samen von der vorjährigen Blüte sowie Liebstöckel (a.k.a. Maggi-Kraut) zu ziehen.

10.3. / 17.3. – Aussaat

All diese Kräuter sind zum Lichtkeimer, die Samen müssen also praktisch gar nicht mit Erde zugedeckt werden, sondern einfach oben in der Anzuchtschale liegen. Dadurch musste ich natürlich beim Befeuchten doppelt aufpassen, denn die Samen von fast all diesen Kräutern sind echt winzig:

Einzig die Liebstöckel-Samen sind etwas größer, was mir für die Keimdauer schon mal einen Tipp geben hätte können. Dann hätte ich den Liebstöckel nicht gemeinsam mit Thymian und Basilikum in eine Schale gegeben, sondern ihn getrennt ausgesät.

15.3. / 22.3. – Keimung

Sowohl Thymian als auch Basilikum, die ich beide am 10.3. gesät hatte, sind recht schnell aus dem Boden gekommen. Sie brauchten nur 4 bis 5 Tage um das erste Grün blicken zu lassen. Auch der Oregano, den ich am 17.3. gesät hatte, war schnell unterwegs und am 22.3. schon zu sehen:

Einzig der Liebstöckel passte, wie oben erwähnt, nicht zu den anderen. Vielleicht liegt es daran, dass der Liebstöckel eher kein klassisches mediterranes Gewürz ist? Jedenfalls brauchte er fast 2 Wochen, um zu keimen. Während bei Thymian und Basilikum schon munteres Gewucher herrschte, blieb das Drittel mit dem Liebstöckel bis zum 21.3. kahl. Aber schließlich schlüpften auch da einige Keimlinge:

25.3. – Kalt stellen

Nachdem die Basilikum-, Thymian- und Liebstöckel-Keimlinge etwas an Kraft gewonnen hatten, stellte ich auch sie wie schon Physalis und Thomaten ins Treppenhaus, damit sie nicht zu schnell wachsen.

Der Oregano muss noch etwas größer werden, wird aber auch dieses Wochenende ausziehen um neuen Platz in den Anzuchtkäfigen zu schaffen.

Bis zum Pikieren wird es noch etwas dauern, vorher werde ich vermutlich das Basilikum etwas ausdünnen, aber dazu später mehr.

Anzucht-Tagebuch: Tomaten aussäen

Tomatensorten gibt es unglaublich viele auf dieser Welt. Für meinen Balkon habe ich mir anfangs (vor 3 Jahren) 2 Sorten ausgesucht, nämlich rote Cocktail-Tomaten und Balkontomaten. Mittlerweile sind diese beiden Sorten zu 6 Sorten angewachsen, die ich selbst ziehe:

  • Balkontomate
  • Rote Cocktail-Tomate
  • Black Cherry Cocktail-Tomate
  • Andenhorn
  • Tigerella
  • Gelbe Hänge-Cocktail-Tomaten
  • Ochsenherz

Um die Arbeitslast für Anzucht und Pikieren ein wenig aufzuteilen, säe ich meine Tomaten in Schüben aus.

Am 10. März waren Andenhorn und Tigerella dran, da die Früchte davon recht groß werden und vor allem die Andenhorn-Tomate bei mir recht lange braucht um reif zu werden. Letztes Jahr hatte ich im September noch einige grüne Früchte drauf. Die Cocktail- und Balkontomaten habe ich eine Woche später, am 17. März, ausgesät, denn Mitte März ist nach meiner Erfahrung der ideale Zeitpunkt um die Tomatensamen unter die Erde zu bringen.

In diesem Beitrag stelle ich euch den Keimverlauf von Andenhorn und Tigerella vor, wobei der Keimverlauf für alle Tomatenarten etwa gleich ist (zumindest soweit ich das feststellen konnte).

Grundsätzlich unterscheidet sich die Behandlung der Samen und Keimlinge nicht nennenswert von der Physalis-Aussaat. TODO: LINK!

10.3.: Samen auslösen

Anders als bei den Physalis ist beim Trocknen von Tomatensamen auf Küchenpapier (wie ich das mache) oft eine erhebliche Menge Fruchtfleisch mit von der Partie. Das führt dazu, dass die Küchenpapier-Lagen leicht aneinander kleben bleiben und sich nur schwer richtig von einander lösen lassen. Dadurch musste ich dieses Jahr etwas länger mit den Fingernägeln arbeiten, um alle Samen aus ihrem gemütlichen Bett zu bekommen.

Es macht Tomatensamen übrigens nichts aus, wenn sie mitsamt einem „Mantel“ aus Küchenpapier in die Erde gelegt werden. Der Keimling schiebt sich da einfach durch.

 

10.3. / 17.3.: Aussaat

20190312_221117Für die Tomaten nehme ich traditionell einen etwa 3,5 cm hohen Untersetzer mit 20 cm Durchmesser. Nach dem Füllen mit Erde lege ich in der Mitte der Schale eine Grenze mit Schaschlikspießen, um jeweils eine Hälfte der Schale mit jeweils einer Art zu belegen.

Auch hier machte ich, ähnlich wie bei den Physalis,kleine Rillen in die Saatschale und lasse dort hinein im Abstand von ca. 1 cm einzelne Samen fallen.

Danach bedeckte ich die Samen wieder ca. 5 mm tief mit Erde und goss sie ordentlich mit meiner Spritzflasche. Die Bewässerungsprozedur wiederhole ich jeden Morgen.

14.3. / 23.3. : Keimlinge

Wie bei den Physalis dauert es eine Weile, bis die Tomatensamen zu keimen beginnen und sich die Keimlinge aus der Erde erheben. In den letzten Jahren hat das bei mir ca. 8 – 11 Tage gedauert. Heuer sind manche schnell unterwegs.

Die Tigerella-Tomaten kamen schon nach 4 Tagen zum Vorschein, die Andenhorn-Pflänzchen folgten einen Tag später:

Tomatensamen am 15. März
Tigerella und Andenhorn am 15. März

Die anderen Arten pflanzte ich eine Woche später und sie brauchten auch geringfügig länger. Nach 6 Tagen war es auch hier so weit und alle Pflänzchen schoben wie auf Kommande gleichzeitig ihre Stängel über die Erde:

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Cocktail- und Balkontomaten am 23. März

23.3.: Kühl stellen

Die bereits sehr gut gewachsenen Andenhorn- und Tigerella-Tomaten stellte ich gestern ins kühle Treppenhaus hinaus, damit sie nicht zu schnell wachsen. Es haben sich an manchen Pflanzen sogar schon die ersten richtigen Tomatenblätter gebildet, deshalb sollten sie jetzt ein wenig langsamer wachsen um bis zur Pikierung Kraft zu sammeln:

Die anderen Tomaten werde ich auch rausstellen, wenn sie groß genug dafür sind und die Keimungsphase abgeschlossen ist.

Fürs Gießen verwende ich bei den gerade gekeimten Pflänzchen noch meine Sprühflasche, bei den älteren auch schon einen dünnen Wasserstrahl aus der Gießkanne, um etwas Zeit zu ersparen und den erhöhten Wasserbedarf zu befriedigen.

Ich halte euch auf dem Laufenden, wenn es Zeit wird fürs Pikieren.

Anzucht-Tagebuch: Physalis aussäen

Ach ja, die Physalis (auch Andenbeere genannt) – beliebte Cocktail- und Eis-Dekoration mit leckerem süß-saurem Geschmack und intensiver oranger Farbe. Seit einigen Jahren baue ich diese mit den Tomaten verwandte Pflanze auf meinem Balkon an.

Die Physalis aus Samen zu ziehen ist wirklich kinderleicht, hier ein kleiner Zusammenschnitt der diesjährigen Anzucht:

Vorbereitung: Samen sammeln

Ich überwintere die Samen aus der letzten Ernte in der Wohnung, entweder in einer kleinen Schüssel, oder (wenn ich wie dieses Jahr eher faul war) direkt in den Küchenpapier-Blättern, auf denen ich sie letztes Jahr zum Trocknen verteilt habe:

 

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Samen nach der Ablösung

Zum Glück tendieren Physalissamen nicht dazu, das Küchenpapier zusammenzukleben, darum ist es leicht, die Samen einfach mit dem Fingernagel vom Papier abzukratzen und dann in ein Gefäß rieseln zu lassen:

3. März: Aussaat

Der ideale Aussaat-Zeitpunkt für Physalis ist nach meiner Erfahrung das vorletzte Februarwochenende. Leider hatte mich dieses Jahr gerade zu der Zeit die Grippe außer Gefecht gesetzt, deshalb konnte ich die Samen erst am ersten Märzwochenende in die Erde bringen.

Ich verwende zum Ziehen meiner Jungpflanzen ca. 4 cm hohe Untersetzer für Blumentöpfe mit Durchmessern von 20 bis 30 cm. Für die Physalis habe ich dieses Jahr einen 30 cm-Untersetzer genommen. Ich gehe bei der Aussaat folgendermaßen vor:

  1. 20190303_124457Untersetzer mit Erde füllen bis ca. 1 cm unterhalb des Rands. Man kann Anzuchterde verwenden, ich verwende ganz normale Gartenerde von unserer hiesigen Gärtnerei. Diese hat schon Düngerperlen drin, den Pflänzchen scheint das nichts auszumachen
  2. 20190303_125243In die Erde sanfte Rillen reinmachen und dort im Abstand von ca. 1 cm einzelne Samen fallen lassen. Man kann die Samen auch einfach zufällig auf der Fläche verteilen, aber dann sollte man später die zu dicht gewachsenen Pflänzchen ausdünnen.
  3. Die Samen mit ca 3 – 5 mm Erde überrieseln lassen.
  4. 20190303_130158Die Erde sanft gießen, entweder mit ganz wenig Strahl aus dem Wasserhahn oder, meine bevorzugte Variante, mit einer Sprühflasche. Die Erde an der Oberfläche darf ruhig gut nass werden, aber Vorsicht vor unabsichtlichem Ausspülen der Samen.
  5. Die Anzuchtschale an einen hellen, warmen Ort stellen, zum Beispiel aufs Fensterbrett.

3. – 11. März: Abwarten und brav gießen

Von Tag 0 bis zum Ende der ersten Woche tut sich in der Schale erst mal gar nichts. Einfach weiterhin zumindest einmal am Tag ordentlich mit Wasser besprühen und immer darauf achten, dass die Erde nicht zu nass ist, sodass die Samen nicht ausgespült werden.

12. März: Sie leben!

Ab etwa dem 9. Tag nach der Aussaat beginnen die ersten zarten Pflänzchen aus der Erde herauszubrechen. Man kann meist an den beiden Tagen davor bereits erkennen, wie sich die oberste Erdschicht in der Schale nach oben wölbt und die Oberfläche uneben wird, da die Keimlinge sie bereits unterirdisch an manchen Stellen nach oben drücken.

Als erstes oberirdisch sichtbar sind die kleinen Stängel der Keimlinge, die sich nach unten biegen solange die Keimblätter noch unter der Erde feststecken:

 

Am nächsten Tag werden dann bereits die ersten Keimblätter sichtbar:

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Physalis-Keimlinge am 13. März

Spätestens am 3. Tag nach dem ersten Lebenszeichen sollten sich die meisten Pflänzchen über die Erde erhoben haben und die Keimblätter beginnen sich zu entfalten und langsam größer zu werden:

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Physalis-Keimlinge am 14. März

Keimlingspflege

Ich verwende nach der Keimung weiterhin meine Sprühflasche zum Gießen der Pflänzchen, damit ich den Feuchtigkeitsgrad besser kontrollieren kann.

Meistens lasse ich die Keimlinge noch gute 1,5 Wochen (heuer bis 22./23.3.) am warmen Fensterbrett stehen, damit die Pflänzchen sich gut entwickeln. Danach stelle ich sie ins etwas kühlere Treppenhaus (ca. 18 Grad), damit die Entwicklung nicht zu schnell voranschreitet und die Pflanzen nicht vergeilen. Schließlich wird es erst etwa Mitte April Zeit für das Pikieren, doch dazu mehr, wenn es so weit ist.

Im Porträt: Erdmandel (Teil 1)

Die Erdmandel (Cyperus esculentus) ist eine Zyperngras-Art, die im November/Dezember zur Erntezeit kleine, ca 0,5 bis 1cm große Knollen ausbildet. Die Knollen sind essbar (roh oder getrocknet und gemahlen) und vor allem in Spanien, wo die Erdmandel angebaut wird, anscheinend recht beliebt. Wenn sie sich wohlfühlt, kann diese Pflanze sich weitläufig und von selbst (entweder durch unterirdische Ableger oder durch übriggebliebene Knollen) weit ausbreiten, deshalb ist bei uns nur die Topfhaltung empfohlen, um invasorische Ausbreitung zu verhindern.

So weit die Theorie. Was ist mit der Praxis?

Teil 1 – Anzucht

Mit der Erdmandel habe ich letztes Jahr schon etwas geliebäugelt, nachdem ich bei unserer örtlichen Gärtnerei ein Saat-Säckchen entdeckt habe. Dieses Jahr habe ich mich schließlich entschieden, sie auszuprobieren.

Die Erdmandeln waren getrocknet und eingeschrumpelt, als sie aus der Packung kamen:

Getrocknete Erdmandeln

Die trockenen Erdmandeln müssen mindestens 24 Stunden lang vor dem Einbringen in die Erde in Wasser aufquellen, um nach der Trocknung keimfähig zu werden:

Erdmandeln quellen in Wasser auf

Nach den 24 Stunden waren die kleinen Mandeln schön aufgequollen und sahen dann ein bisschen wie kleine, braune Maden aus. Sie fühlten sich natürlich nicht an wie Maden, sondern waren recht glatt, mit kleinen Haarwurzeln, die aus den Knollen rausschauent:

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Die Erdmandeln waren damit bereit, unter die Erde gebracht zu werden. Dazu habe ich in kleine Töpfe (ca 10 cm Durchmesser) jeweils drei Mandeln in etwa 4 cm Tiefe eingegraben.

Wie es damit weiterging, erfahrt ihr ein anderes Mal.

April: Alles sprießt

Da man ja am Jahresende traditionell zurückblickt, und ich außerdem meinen Blog jetzt endlich (re-)aktiviere, fange ich dieses Jahr schon etwas früher mit dem Jahresrückblick an.

Also, was hat sich im April 2018 so getan?

Anfang bis Ende März habe ich fleißig fast alle Samen unter die Erde gebracht. Im April ist die Saat gut aufgegangen. Hier ein paar Impressionen:

Oregano und Rosmarin waren heuer ein erster Versuch. Die Ringelblumen sind mein zweiter Versuch – im letzten Jahr hatte ich sie zum Kürbis gepflanzt und der hat ihnen ohne Gnade sowohl Sonne als auch Nährstoffe geklaut.

Die Samen der mexikanischen Minigurken und der Hokkaido-Kürbise ich aus der letztjährigen ersten eigenen Ernte gewonnen.

Die Tomaten (Cocktail-Tomaten, Black Cherry Cocktail-Tomaten, Andenhorn, Tigerella und rote Balkontomaten). Die Balkontomaten und roten Cocktail-Tomaten baue ich bereits zum dritten Mal aus selbst gewonnenem Saatgut an, die Black Cherry zum ersten Mal und Andenhorn- und Tigerella-Samen habe ich letztes Jahr aus geschenkten Biofrüchten herausgeholt.

Physalis bauen meine Eltern und ich schon seit über 7 Jahren an, dieses Jahr habe ich aber zum ersten Mal welche permanent auf meinen Balkon gepflanzt. Wie es denen in diesem sehr heißen Jahr ergangen ist, erfahrt ihr später.

Zu den Zinnien und Lilien habe ich mich mehr oder weniger überreden lassen, um ein paar „Farbtupfer“ am Balkon zu haben.

Im nächsten Post stelle ich euch eine eher exotische Knollenpflanze vor – die Erdmandel, über die ich mich heuer auch erstmalig drübergetraut habe.