Erdmandel-Ernte

Letztes Wochenende war es wieder so weit – die Erdmandeln konnten geerntet werden. Die Pflanzen sind, wie im Beitrag Anzucht-Tagebuch: Erdmandeln beschrieben, letztes Jahr sehr gut aufgegangen und ich habe meine Anbaufläche von zwei auf drei Blumenkisten erweitert.

Um ganz ehrlich zu sein – ich habe eine der Kisten bereits Ende Dezember abgeerntet, wollte die anderen allerdings noch etwas weiter ausreifen lassen und habe sie zuerst im Treppenhaus und ab Februar nochmal im Wohnzimmer stehen lassen. Wirklich gebracht hat das nichts, aber das Endergebnis kann sich trotzdem sehen lassen…

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Selbst gemacht: Physalis-Marmelade

Zwar konnte ich letztes Jahr von meinem Balkon keine Physalis ernten, aber bei meinen Eltern gedeiht diese Frucht wie blöd. Da Physalis in ihrer Pergamenthülle auch recht gut zu lagern sind, konnte ich über Wochen hinweg die süßen Früchtchen sammeln.

Am Ende der Erntezeit hatte ich ein ganzes Kilogramm Physalis geerntet und beschloss, sie in leckere Marmelade (oder „Konfitüre“, wie die EU uns weismachen will) zu verwandeln:

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Saatgut-Gewinnung 1: Tomaten

Jetzt, da die Tomaten reif werden, ist es Zeit, das Saatgut für die nächste Pflanzsaison zu gewinnen. Schon seit ein paar Jahren kaufe ich keine Tomatenpflanzen mehr, sondern produziere aus den geernteten Früchten mein eigenes Saatgut. Das geht ganz einfach, ist nur ein bisschen eine Patzerei.

Zuerst schneide ich die Tomaten, aus denen ich die Samen gewinnen möchte, auseinander. Bei Cocktail-Tomaten reicht es, sie zu halbieren. Bei größeren Tomaten schneide ich die Früchte in Viertel, damit ich an alle Samen rankomme.

Für jede Tomaten-Art, aus der ich Samen gewinne, bereite ich ein doppelt gelegtes Blatt Küchenrolle vor. Ich bewahre die Samen natürlich getrennt auf, damit ich bei der Aussaat auch weiß, was am Ende rauskommt. Bei Tomaten ist das ja sehr unkompliziert, da sie selbstbestäubend und damit samenecht sind.

Danach hole ich die Samen mitsamt dem gallertartigen Fruchtfleisch mit einem Messer aus der Schale heraus und verstreiche sie auf jeweils auf der Küchenrolle. Dabei kann man eine ganz schöne Sauerei veranstalten, denn das Fruchtfleisch „saftelt“ natürlich recht stark:

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Die so aufgestrichenen Samen lege ich dann in der Küchenrolle zusammen und lasse sie für einige Tage oder Wochen an einem warmen Ort trocknen.

Nach einigen Wochen ziehe ich die Küchenrolle auseinander und schnipse mit dem Fingernagel alle Samen von der Küchenrolle herunter. Das könnte ich mir eigentlich sparen, weil die Samen auch aus der Küchenrolle heraus keimen könnten, aber ich möchte sie möglichst sauber aufbewahren.

Am Ende erhalte ich die Samen, noch teilweise mit Küchenrollenresten, und kann sie im nächsten Jahr aussäen.

Kürbisse und ihre Problemzonen

Heuer habe ich zum dritten Mal zwei Hokkaido-Kürbisse auf meinem Balkon angepflanzt. In den letzten Jahren habe ich ohne Probleme immer zwei Kürbisse pro Pflanze ernten können, nur dieses Jahr gestalten sich die Wachstumsphase und die Befruchtung der Pflanzen und Blüten leider etwas schwierig. Das liegt vor allem an den folgenden drei Punkten.

Kürbis-Bestäubung: Eine Frage des Timings

Auf meinen Balkon im dritten Stock kommen leider nicht viele Bienen. Da Kürbisblüten sich in den Morgenstunden öffnen, sind auch die Nachtschwärmer um diese Zeit schon weg. Also bleibt nur die Bestäubung per Hand. Dazu müssen zumindest eine männliche und eine weibliche Blüte am selben Tag geöffnet sein:

Dieses Jahr hatte ich bisher großes Pech mit dem Timing. Es gab Tage, da waren drei oder vier männliche Blüten gleichzeitig offen, aber weit und breit keine weibliche Blüte. Dann gab es Tage, an denen schöne weibliche Blüten aufgegangen waren, aber die männlichen noch nicht so weit waren.

Erst letzten Donnerstag habe ich es geschafft, die erste weibliche Kürbisblüte dieses Jahr zu bestäuben – und selbst dafür musste ich männliche Blüten aus dem Garten meiner Eltern stibitzen, weil am Balkon einfach keine offen waren.

In nächster Zeit werden nochmal einige weibliche Blüten heranreifen, ich hoffe, dass ich dann auch noch einige von ihnen bestäuben kann. Insgesamt schon recht spät, aber noch haben die Früchte etwas Zeit, um reif zu werden.

Mehltau: Laugt die Pflanzen aus

Schon ab Mitte Juni hatte ich beginnenden Befall mit falschem Mehltau (der sowohl auf der Ober- als auch der Unterseite der Kürbisblätter weiße Flecken bildet). Mehltau ist eine Pilzerkrankung, der die Blätter nach und nach auslaugt und sich bei starkem Befall auf die gesamte Pflanze ausbreiten kann.

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Mehltau an Kürbisblatt

Ich habe in einem früheren Blog-Post bereits über den Mehltau berichtet, der auch meine Gurke schließlich dahingerafft hat (mit etwas Hilfe von grabenden Katzen). Ich habe zur Behandlung die folgenden Dinge ausprobiert:

  • Befallene Pflanzenteile entfernen
  • Milch-Wasser-Mischung aufsprühen
  • Backpulver-Wasser-Öl-Mischung aufsprühen

Das Entfernen der Pflanzenteile verlangsamt die Ausbreitung des Pilzes, aber man darf nicht zu viel entfernen, sonst kann die Pflanze nicht mehr leben. Die Milch-Wasser-Mischung hat den Pilz verschlimmert, erst die Backpulver-Wasser-Öf-Mischung hat den Pilz auf den befallenen Blättern effektiv abgetötet.

Dieses hausgemachte Fungizid hatte allerdings einen bösen Nebeneffekt: Das Wachstum der Blüten wurde enorm eingeschränkt. Während der 3-wöchigen Behandlung entstand keine einzige weibliche Blüte. Erst, als ich die Behandlung einstellte, kamen wieder welche.

Fäule – Tötet Blüten in den Kinderschuhen

Zu guter Letzt sind gerade in den letzten zwei Wochen, die etwas kühler und feuchter waren, einige Blüten einfach überhaupt nicht „reif“ geworden. Sie sind stattdessen zuerst gelb und dann braun geworden, vermutlich irgend eine Art von Fäule. Erst, als es wieder schöner wurde, sind wieder weibliche Blüten aufgegangen.


Mal sehen, ob ich trotz dieser Probleme noch ein paar Früchte ernten kann. Der erste Kürbis, den ich heuer bestäubt habe, wächst schon recht schön:

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Bestäubter Kürbis (Fruchtknoten)

Zwischenstand nach 4 Wochen

Seit dem finalen Auspflanzen sind ca. 4 Wochen vergangen, außerdem war ich zwei Wochen auf Urlaub, also ist es Zeit, die bisherige Entwicklung der Pflanzen etwas näher zu betrachten.

The Good…

Die Tomaten und das Basilikum sind ordentlich in die Höhe geschossen und haben bereits ihre ersten Blütenansätze entwickelt. Auch die Erdmandeln sind ordentlich buschig geworden:

(Leider ist Mitte der Woche ein Blumentopf auf die Andenhorn-Tomaten drauf gefallen und hat eine der beiden Pflanzen fast komplett geköpft. Mittlerweile bilden sich schon wieder Geiztriebe, von denen ich einen einfach auswachsen lassen werde, damit ich auch von der beschädigten Pflanze noch Früchte bekomme.

Die Kürbisse und Physalis sind gut gewachsen. Bei den Physalis haben sich noch keine Fruchtansätze gebildet, aber das wird schon noch. Die Kürbisse produzieren einstweilen nur männliche Blüten, die weiblichen entwickeln sich erst später. Sogar die halb tote Geranie hat sich erholt und bildet wieder Blüten:

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Den Karotten geht’s auch gut, außer die Kätzchen trampeln sie mal wieder nieder. Auch die Kräuter in ihren Blumenampeln sind recht glücklich und wachsen brav. Und auch der Pflücksalat in seiner Geländer-Aufhängung ist schön gewuchert:

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The Bad…

Die Wurzelpetersilie hat während meines Urlaubs leider einige Blattläuse angezogen. Zum Glück habe ich diese schon am Tag nach der Rückkehr entdeckt und gleich alle zerquetscht. Seitdem mache ich jeden Tag mindestens einmal Lauskontrolle, somit lassen sie sich recht gut in Schach halten.

And the Ugly

Sowohl an Gurken als auch an den Kürbissen hat sich (wahrscheinlich) Falscher Mehltau entwickelt – eine gemeine Pilzerkrankung, die die Blätter sowohl an der Blattober- als auch an der Blattunterseite mit weißem Belag überzieht und den Pflanzen langsam die Kräfte aussaugt.

Zur sofortigen Bekämpfung habe ich die am stärksten befallenen Blätter entfernt. Danach habe ich versucht, dem Pilz mit einem Milch-Wasser-Gemisch an den Leib zu rücken, das ich auf die Blätter gesprüht habe. Da es sich aber um einen Falschen Mehltau handelt und die Milch-Wasser-Mischung anscheinend eher für Echten Mehltau zu verwenden ist, hat das gleich zu einem erneuten Ausbruch des Pilzes auf den nassen Blättern geführt. Ups.

Als nächstes versuche ich es mit Besprühen mit einer Backpulver-Wasser-Öl-Mischung, die anscheinend als biologisches Fungizid wirken soll. Hoffentlich führt das nicht auch noch zu einem Rückfall. Die letzte Möglichkeit ist dann noch, dass ich aus Ackerschachtelhalm einen Sud herstelle – der soll auch gegen Falschen Mehltau ganz sicher wirken.

Bin gespannt, ob ich die Sache in den Griff bekommen kann, oder mich wohl oder übel von meiner Gurke verabschieden muss. Das wäre recht schade, vor allem wo sie jetzt gerade anfängt, die ersten weiblichen Blüten zu entwickeln und damit für die Befruchtung bereit wird. Dazu aber später mehr (außer der Mehltau besiegt sie).

 

Das erste pflanzliche Opfer

Am Wochenende haben leider meine Kätzchen die mexikanische Minigurke gekillt, als sie den Trog bei der allabendlichen Insektenjagd platt getreten haben. Schade, aber kann man nichts machen. Wenigstens die Feldgurke wächst und blüht noch brav vor sich hin.

Um weitere Unfälle zu vermeiden, werde ich die Kätzchen künftig beim Rausgehen beobachten und habe außerdem überall Bambusstöcke zum Fixieren der Pflanzen in die Erde gesteckt. Die stoßen sie hoffentlich nicht so leicht um.

Alles neu macht der Mai – auch den Balkongarten

Nach 4 grauslich kalten Wochen hatte ich dieses Wochenende endlich Zeit, meine Jungpflanzen in ihre finalen Balkontröge einzupflanzen. Hier ein paar Impressionen der 3-tägigen Gartel-Wut.

Die richtige Erd-Mischung

Dieses Jahr probiere ich folgende Mischung für die großen Pflanztröge (für Physalis, Gurken, Wurzelgemüse und Tomaten):

  • Kompost von der Kompostieranlage
  • Bio-Erde vom hiesigen Supermarkt
  • Naturerde von der hiesigen Gärtnerei
  • Einige Handvoll Hornspäne

Für die Kräuter, Wurzelgemüse und Erdmandeln habe ich ordentlich Sand von der Kompostieranlage untergemischt, um die ganze Sache lockerer zu halten.

Katzen und Erde

Da meine Kätzchen ja das Graben in der Erde lieben und so ein Blumentopf sich schon mal als Katzenklo anbietet, habe ich mir im Lagerhaus eine Unkrautschutz-Decke aus Schafwolle gekauft, die ich über die lose Erde drübergelegt habe. In die Decke schnitt ich Löcher wo die Pflanzen rausschauen sollten und pflanzte dann direkt durch diese Löcher durch:

Die Schafwolldecke hat nicht nur den Effekt, dass die Katzen jetzt nicht mehr die Erde umgraben und am ganzen Balkon verteilen können, sondern hält auch schön das Wasser und schützt so die Erde vor dem Austrocknen. Bin gespannt, wie gut das funktioniert.

Aufteilung der Pflanzen

Hängender Salat- und Kräutergarten

20190525_140027Um wie angekündigt den vertikalen Platz am Balkon zu nutzen, setzte ich meine diversen mehrjährigen Kräuter in 2 Blumenampeln. 4 Liebstöckelpflanzen (für eine leidenschaftliche Suppen-Kocherin wie mich Pflicht) kamen zusammen in die eine, ein Thymian und ein Oregano zusammen in die zweite.

Schon vor Monaten habe ich im Blog von Dachgemüse einen interessanten Beitrag über Vertical Gardening in der Ikea-Hängeaufbewahrung gesehen. Wollte ich auch versuchen, habe bei Ikea auch das passende Teil, eine Hängeaufbewahrung mit 16 Taschen (in Österreich als „STUK“ erhältlich) gesehen. Ich hab mich entschieden, die ganze Sache am Balkongeländer zu befestigen, darum habe ich die unteren beiden Taschenreihen kurzerhand umgelegt und festgenäht und dann meinen Pflücksalat in die 8 verbliebenen Taschen gepflanzt:

Erdmandeln, Erdmandeln, Erdmandeln

Die Erdmandeln, die dieses Jahr hervorragend aufgegangen sind, habe ich in 3 Pflanzkisten fürs Balkongeländer eingesetzt. Da Clio und Trixie total auf das Gras abfahren und das am Liebsten gleich auffressen würden, hängen die Kisten an der Außenseite des Balkons, wo die Kätzchen dank Katzennetz nicht rankommen:

Wurzelgemüse im Blumentopf

Da ich dieses Jahr auch rein experimentell ein paar Karotten und Wurzelpetersilie in kleinen Töpfchen vorgezogen habe, handelsübliche Blumenkisten aber zu niedrig für solche Wurzeln sind, habe ich die Wurzelpetersilie kurzerhand in 2 Blumentöpfe gepflanzt. Karotten habe ich die Sorte „Pariser Markt 4“, die sind klein und rund und passen deshalb in eine Blumenkiste.

Gute Nachbarschaft: Tomaten und Basilikum

In meinen beiden Balkon-Hochbeeten und 3 zusätzlichen 35cm-Töpfen habe ich meine Tomaten- und Basilikumpflanzen untergebracht. Insgesamt 3 Basilikum und 2x Balkontomate, 2x Rote Cocktail-Tomate, 2x Black Cherry Cocktail-Tomate, 2x gelbe Hängetomate, 2x Tigerella, 2x Andenhorn und 1x Ochsenherz haben darin Platz gefunden:

Gurken und Salat

In meinen großen Trog mit eingebautem Spalier fanden klarerweise die mexikanische Minigurke und eine der wenigen aufgegangenen Feldgurken Platz. Die Feldgurke ist bereits seit einer Woche am Blühen, bin gespannt darauf.20190526_144844

Als Unterpflanzung für die Gurken habe ich nochmal 3 Reihen Feldsalat (Vogerlsalat) gesät, bin gespannt ob der aufgeht. Dazu habe ich in die Schaffell-Decke einfach Schlitze geschnitten und direkt darunter die Samen versenkt.

 

Physalis und Kürbis im linken Eck

Auf der kleineren, linken Seite meines Balkons pflanzte ich 5 Physalis in eine 80cm-Blumenkiste. Die Blumenkiste wird schön beschattet vom großen 50x50x50cm-Topf, in dem 2 Hokkaido-Kürbisse ihre Heimat fanden. Ich hoffe, dass dadurch die pralle Sonne nicht so extrem auf die Physalis draufscheint und die Pflanzen weniger schwitzen müssen.


Jetzt kann dem Sommer nichts mehr im Wege stehen (außer dem Wetter). Ich freue mich schon auf die Ernte dieses Jahr 🙂

Anzucht-Tagebuch: Erdmandeln

Die Erdmandel (Cyperus esculentus) ist hierzulande noch eher unbekannt. In Spanien wird sie auf Plantagen angebaut und zur sogenannten „Horchata de chufa“, der Erdmandelmilch, verarbeitet. Man kann sie wohl außerdem zu Mehl verarbeiten und als Allergiker-freundlichen Ersatz für Getreidemehl verwenden.

Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal Erdmandeln angebaut. Darüber könnt ihr in einem früheren Blog-Post bereits lesen. Die Keimfähigkeit hat mich nicht gerade umgehauen, von etwa 25 Mandeln sind nur ca. die Hälfte tatsächlich gekeimt. Geerntet habe ich aus den daraus entstandenen Pflanzen allerdings doch ein bisschen etwas, nämlich knapp 330 Gramm kleiner Mandeln (entspricht im getrockneten Zustand ca 130 Gramm):

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Erdmandel-Ernte nach 3 Monaten Trocknung

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Dieses Jahr baue ich sowohl gekaufte als auch selbst geerntete Erdmandeln an, mal sehen, wie die Keimfähigkeit im Vergleich aussieht. Ein erster Unterschied fällt gleich auf: Die gekauften Mandeln haben glattere Haut und weniger feine, abstehende Wurzelhärchen als die selbst geernteten. Ob das was bedeutet?

 

Aussaat-Vorbereitung

Wie bereits im genannten Post beschrieben, müssen Erdmandeln vor der Aussaat etwa 24 Stunden lang in lauwarmem Wasser aufquellen, um keimen zu können. Dazu habe ich die getrockneten und verschrumpelten Mandeln in ein verschließbares Rexglas gegeben und komplett mit Wasser bedeckt:

Nach insgesamt ca. 36 Stunden (und zwischenzeitlichem Wasserwechsel) waren die Knöllchen schließlich bereit für die Aussaat. Sowohl die gekauften als auch die selbst geernteten Mandeln legten im Wasser ordentlich an Größe zu und verloren ihre Falten.

14.4.: Aussaat

Ich entschied mich, meine Erdmandelkultur dieses Jahr von 2 auf 3 Balkonkästen auszuweiten. Um sicher zu gehen, dass in jedem Töpfchen zumindest eine Knolle aufgeht, pflanzte ich insgesamt 60 Mandeln (bunt gemischt zwischen gekauften und geernteten) in 15 kleine Töpfchen, also jeweils zu viert:

Die Pflanzerde mischte ich aus mehreren Substanzen zusammen – normale, torfreduzierte Bio-Blumenerde, Naturerde und ein wenig grobkörnigen Sand, um das Ganze aufzulockern. Das Substrat hielt ich jeden Tag gut feucht. Unter Tags stellte ich die Töpfchen bereits auf den Balkon, weil das Wetter zur Zeit wirklich sehr warm ist.

19.4.: Beginn der Keimphase

Bereits 5 Tage später zeigte sich das erste Grün in den ersten Töpfchen:

Viele weitere kleine Graskeime folgten in den weiteren Tagen, insgesamt dauert die Keimphase sehr lange und geht vermutlich jetzt immer noch weiter, denn der letzte neue Keim ist erst gestern aufgetaucht.

20190426_080525Das Verhältnis zwischen gesäten und gekeimten Knollen ist etwas besser als letztes Jahr –  es sind von den 60 gesäten Knollen bisher schon 42 aufgegangen. In einigen Töpfchen sind alle 4 gesäten Knollen aufgegangen, in anderen nur eine oder zwei oder drei. Ein einziges Töpfchen ist bisher noch komplett kahl, ich hoffe allerdings, dass dort auch noch etwas sprießt.

Bis zu den Eisheiligen ist es ja noch eine Weile hin, vielleicht brauchen manche Mandeln einfach etwas länger. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Insgesamt bin ich mit der Keimung der selbst geernteten Mandeln recht zufrieden, bei 42 Pflanzen kommen mindestens die Hälfte aus dem eigenen Saatgut, denn ich habe nur 21 gekaufte Mandeln ausgesät.

Wie geht’s weiter?

Bis Mitte Mai, wenn die Eisheiligen vorbei sind, verbringen die kleinen Gräser die warmen Tage am Balkon und die kühlen Nächte im Treppenhaus, denn Frost mögen sie nicht. Nach den Eisheiligen pflanze ich jeweils den Inhalt von drei Anzuchttöpfchen in drei Balkonkästen fürs Geländer. Den Rest der Pflänzchen bekommen Freunde und Arbeitskollegen.

Nach der finalen Auspflanzung heißt es warten und brav gießen, wobei die Erdmandeln auch mal vorübergehende Trockenheit wegstecken können. Das oberirdische Zyperngras dient den Katzen als kleiner Snack, während sich unterirdisch bis zum Spätherbst bzw. frühen Winter (November bis Dezember) die nächste Erdmandel-Generation ausbildet.

Sobald das Zyperngras braun wird und eintrocknet, wird es Zeit für die Ernte. Was dabei dieses Jahr rauskommt, erfahrt ihr, wenn es so weit ist…

 

Anzucht-Tagebuch: Gurken

In den letzten Jahren haben sich bei mir am Balkon bereits mexikanische Minigurken sehr gut gemacht. Die kleinen Gürkchen dieser Sorte sind etwa 2 – 3 cm lang, oval und haben außen eine ähnliche Zeichnung wie Wassermelonen:

Mexikanische Minigurke
Mexikanische Minigurke – Bild von Corey Ryan Hanson auf Pixabay

Auch dieses Jahr kommt eine dieser blattreichen und kletterfreudigen Pflanzen auf meinen Balkon. Ich möchte meinen Saatgutbestand damit mal wieder erneuern.

Zusätzlich probiere ich auch noch etwas neues aus: Von meinem Onkel (ein leidenschaftlicher Nutzgarten-Besitzer vom alten Schlag) habe ich letzten Sommer eine Feldgurke bekommen und beschlossen, davon ein paar Samen einzupflanzen um zu sehen, was daraus wird. Das Ganze ist ein absolutes Experiment, ich hab keine Ahnung, ob so eine Feldgurke überhaupt am Balkon wachsen möchte.

24./25.3.: Aussaat

Die Gurkensamen habe ich direkt in Einser- und Zweierbesetzung in kleine Töpfchen eingesetzt. Damit spare ich mir das Pikieren, denn die Pflänzchen haben so gleich bis zum finalen Auspflanzen im Mai genug Platz um ordentlich zu wachsen.

Die Samen der beiden Gurkenarten sehen zwar in etwa gleich aus, haben aber einen deutlichen Größenunterschied:

Gurkensamen-Vergleich
Feldgurken  (oben) und Minigurke (unten)

Die Feldgurken-Samen kamen mir ein wenig dünn vor, so, als wäre nicht in allen ein tatsächlicher keimfähiger Samen drin. Wie sich weiter unten zeigen wird, hatte ich mit diesem Gedanken nicht unrecht, aber ich wollte es dennoch einmal versuchen und habe gleich ein paar mehr Samen angebaut, um sicherzustellen, dass zumindest ein paar davon etwas werden.

Die Samen habe ich etwa 1 cm tief in die Erde gesteckt und zugedeckt und dann leicht mit der Gießkanne gegossen:

Danach stellte ich die Töpfchen wieder aufs Fensterbrett in meinen Anzucht-Käfig und gab ihnen jeden Tag ein wenig Wasser.

30.3. und folgend: Keimbeginn (Feldgurke enttäuschend)

Das erste zarte Grün zeigte sich nach wenigen Tagen. Zuerst sah alles ganz gut aus, in einigen Töpfchen sprießten beide eingesetzten Feldgurken-Samen:

Nach ein paar Tagen weiterer Wartezeit wurde mir allerdings klar, dass das Feldgurken-Experiment nicht besonders erfolgreich werden würde. Von 20 eingesetzten Samen entwickelten sich auch in den darauffolgenden Tagen und Wochen nicht mehr als drei gesunde und vier leider verkümmerte Pflänzchen, die nicht überlebensfähig waren, da sich an ihnen keine richtigen Keimblätter ausbildeten. Nach einer Woche welkten die Kümmerlinge dahin. Einzig die drei gesunden, voll entwickelten Pflänzchen wachsen brav und haben bereits ihr erstes richtiges Blatt ausgebildet.

Die Mini-Gurken keimten erwartungsgemäß sehr gut, von den 20 Samen, die ich davon eingesetzt habe, sind 17 ordentlich aufgegangen.

Mittlerweile haben sowohl Feld- als auch Minigurken bereits ein voll entwickeltes Gurkenblatt und einen Ansatz für das zweite Blatt. Den Größenunterschied, der sich bereits bei den Samen bemerkbar gemacht hat, sieht man übrigens auch bei den gekeimten Pflänzchen sehr gut:

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Feldgurke (links) und Minigurken (rechts)

Pflege nach der Keimung

Jetzt hege ich die Pflänzchen weiter, bis ich sie nach den Eisheiligen Mitte Mai endgültig am Balkon unterbringen kann. Ich stelle sie auch jetzt bei trockenem Wetter schon manchmal raus, damit sie sich an etwas niedrigere Temperaturen und an direktes Sonnenlicht gewöhnen.
Wasser gebe ich nicht zu viel, falls die Erde oberflächlich in der Früh noch gut feucht ist, warte ich mit dem erneuten Gießen bis zum Abend.

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie das Feldgurken-Experiment weiter voranschreitet. In den nächsten Tagen geht es weiter mit dem Pikieren von Physalis, Tomaten und Kräutern, aber dazu später mehr.

Anzucht-Tagebuch: Diverse Kräuter

Weil im letzten Sommer leider die Kätzchen meinen Thymian und meinen Oregano gnadenlos in den Boden gestampft haben, baue ich heuer wieder neue Jungpflanzen davon an und versuche außerdem, Basilikum aus selbst geernteten Samen von der vorjährigen Blüte sowie Liebstöckel (a.k.a. Maggi-Kraut) zu ziehen.

10.3. / 17.3. – Aussaat

All diese Kräuter sind zum Lichtkeimer, die Samen müssen also praktisch gar nicht mit Erde zugedeckt werden, sondern einfach oben in der Anzuchtschale liegen. Dadurch musste ich natürlich beim Befeuchten doppelt aufpassen, denn die Samen von fast all diesen Kräutern sind echt winzig:

Einzig die Liebstöckel-Samen sind etwas größer, was mir für die Keimdauer schon mal einen Tipp geben hätte können. Dann hätte ich den Liebstöckel nicht gemeinsam mit Thymian und Basilikum in eine Schale gegeben, sondern ihn getrennt ausgesät.

15.3. / 22.3. – Keimung

Sowohl Thymian als auch Basilikum, die ich beide am 10.3. gesät hatte, sind recht schnell aus dem Boden gekommen. Sie brauchten nur 4 bis 5 Tage um das erste Grün blicken zu lassen. Auch der Oregano, den ich am 17.3. gesät hatte, war schnell unterwegs und am 22.3. schon zu sehen:

Einzig der Liebstöckel passte, wie oben erwähnt, nicht zu den anderen. Vielleicht liegt es daran, dass der Liebstöckel eher kein klassisches mediterranes Gewürz ist? Jedenfalls brauchte er fast 2 Wochen, um zu keimen. Während bei Thymian und Basilikum schon munteres Gewucher herrschte, blieb das Drittel mit dem Liebstöckel bis zum 21.3. kahl. Aber schließlich schlüpften auch da einige Keimlinge:

25.3. – Kalt stellen

Nachdem die Basilikum-, Thymian- und Liebstöckel-Keimlinge etwas an Kraft gewonnen hatten, stellte ich auch sie wie schon Physalis und Thomaten ins Treppenhaus, damit sie nicht zu schnell wachsen.

Der Oregano muss noch etwas größer werden, wird aber auch dieses Wochenende ausziehen um neuen Platz in den Anzuchtkäfigen zu schaffen.

Bis zum Pikieren wird es noch etwas dauern, vorher werde ich vermutlich das Basilikum etwas ausdünnen, aber dazu später mehr.