Ein Blog erwacht aus dem Winterschlaf

Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Letzten Herbst hatte ich noch einige Blog-Posts in der Pipeline, die ich gerne mit euch geteilt hätte. Doch dann tat ich etwas, das dem frohen Geschreibsel einen ziemlich abrupten Abbruch tat – ich fing an, berufsbegleitend zu studieren. Zwischen Abgabeterminen, Studienzeit und meinem regulären Job blieb leider keine Motivation für den Blog übrig. All zuviel zu berichten gab es wegen der Winterpause am Balkon ja auch nicht. Man möge mir verzeihen.

Aaaaber – 2020 ist ein neues Jahr, in dem es wieder viel neues zu probieren gibt, also entstaube ich auch den Blog wieder. Zum Anfang gebe ich euch hier einen Überblick über die wichtigsten „Lessons Learned“ aus dem vergangenen Jahr.

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Katzen-Vorlieben: Tomaten und Kartoffeln

Es gibt ja Katzen, die mögen Lebensmittel, die eigentlich nicht für sie zubereitet werden. Mein Kater Marvel (R.I.P. 2013 – 2015) zum Beispiel mochte Erdbeeren und sein Bruder Dee-Cee mag Bananen.

Neulich habe ich festgestellt, dass Trixie ein Faible für Tomaten und gekochte Kartoffeln hat. Sie leckt den Saft und isst Tomaten auch in Stücken, und Kartoffeln findet sie besonders toll. Natürlich darf ich ihr nicht zu viel davon geben, aber manchmal ein kleines Stückchen oder zwei darf schon sein.

Jetzt muss ich nur noch herausfinden, welche seltsame Köstlichkeit Clio wohl toll findet.


Und, welche unüblichen Dinge fressen eure Kätzchen gern?

Selbst gemacht: Kinderleichte Tomaten-Basilikum-Sauce

Im August wurden nach und nach die Tomaten auf meinem Balkon reif. Roh esse ich sie eigentlich nicht besonders gerne (außer Cocktail-Tomaten, die sind immer sehr lecker), deshalb habe ich die Tomaten eine Weile lang an den Stauden hängen lassen, damit eine gute Menge an reifen Tomaten zusammenkommt:

Letzte Woche hatte ich dann gut 1 Kilogramm Tomaten unterschiedlicher Art zusammen. Da ich das Basilikum heuer auch noch nicht abgeerntet hatte, pflückte ich das dazu und verarbeitete alles zu einer leckeren und wirklich einfachen Tomaten-Basilikum-Sauce. Hier das Rezept:

Zutaten

  • ~1 kg Tomaten
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • Etwas Pflanzenöl
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika,…)
  • 1 Bund frisches Basilikum
  • Optional 1 Zwiebel
  • Optional 1 Schuss Tomatenmark aus der Tube

 

Zubereitung20190903_235513

1.) Die Tomaten und das Basilikum waschen und klein schneiden. Anschließend in einer Schüssel vermengen.

2.) Zwiebel und Knoblauch schälen und klein hacken.

20190904_0004363.) Zwiebel- und Knoblauch-Stücke mit etwas Öl ein paar Minuten anbraten. Nicht braun werden lassen.

4.) Die gewürfelten Tomaten dazugeben und umrühren.

5.) Die Mischung etwa 10 Minuten lang weich kochen.

20190904_0044456.) Alles leicht durch-pürieren (mit dem Pürierstab, damit keine zu großen Tomatenstücke mehr in der Sauce sind.

7.) Die pürierte Sauce ca. 20 Minuten lang weiterköcheln lassen. Ab und zu umrühren, damit sie nicht anbrennt. Nach belieben würzen.

8.) In der Zwischenzeit saubere Gläser mit Deckel vorbereiten. Am besten nochmal mit Spülmittel auswaschen, damit sie auch wirklich steril sind.

9.) Die Sauce abschmecken und im köchelnden Zustand langsam ein Glas nach dem anderen befüllen. Den Deckel sofort draufgeben, damit die Hitze nicht entweichen kann.

10.) Optional die Gläser auf dem Kopf stehend auskühlen lassen. Das hilft dabei, das Vakuum zu erzeugen. Heutzutage wegen den Weichmachern im Deckel, die sich durch die Hitze rauslösen können, vermutlich nicht mehr zu empfehlen, ich mach’s aber trotzdem noch so.20190907_215559

Am Ende bekam ich aus meinem Kilo Tomaten gut 800 ml Sauce in 5 kleinen Gläsern raus. Freu mich schon, wenn ich sie im Winter auf die Nudeln draufgeben kann :).

Selbst gemachte Erdmandelmilch

Da ich ja Ende letzten Jahres meine erste Erdemandel-Ernte eingefahren habe, wollte ich bald mal das in Spanien besonders beliebte Getränk „Horchata de Chufa“ (Erdmandelmilch) ausprobieren. Dabei handelt es sich um einen Extrakt von gemahlenen Erdmandeln, dem Wasser und etwas Zucker zugesetzt wird.

Wie das Getränk geworden ist, erfahrt ihr hier.


Arbeitszeit: Ca. 1 Stunde reine Arbeitszeit, mehrere Stunden Wartezeit

Zutaten:

  • Ca. 100 Gramm getrocknete Erdmandeln
  • Ca. 700 ml Wasser
  • Ca. 70 Gramm Zucker
  • Zimt
  • Standmixer, Sieb

Zugrunde liegendes Rezept (abgewandelt): https://www.enforex.com/spanisch/kultur/horchata.html 


Zubereitung

Am Freitag Nachmittag begann ich mal damit, die getrockneten Erdmandeln ordentlich zu wässern. Ich füllte sie in zwei Gläser mit Deckel und bedeckte sie komplett mit Wasser. Nach 24 Stunden hatten sie etwa das doppelte an Volumen erreicht und sich schön voll gesogen:

Am Samstag Nachmittag füllte ich die voll gesogenen Erdmandeln mit etwa 30% des Wassers in den Standmixer und mixte sie in einigen Durchgängen (mit zwischenzeitlichem Umrühren) zu einer cremigen Paste, die wunderbar nussig roch:

Nach dem Zerkleinern goss ich die Paste mit etwa 500ml Wasser auf und stellte sie für einige Stunden in den Kühlschrank:

In der Nacht fügte ich dann noch den Zucker und etwas Zimt hinzu und rührte einige Minuten kräftig um, bis dieser sich aufgelöst hatte. Danach kam die Mischung wieder in den Kühlschrank.

Am Sonntag Nachmittag war es dann so weit, dass ich die Mischung mit einem Sieb ordentlich aussieben konnte. Das daraus entstandene Getränk sieht sogar recht appetitlich aus, ein bisschen wie Schokomilch:


Der Geschmackstest

Die Erdmandelmilch schmeckt hervorragend. Sie ist vielleicht etwas süß geraten, aber im Abgang schmeckt sie ganz toll nach Mandeln und ist wunderbar erfrischend. Das Wetter hat zum Glück auch mitgespielt und so saß ich mit meinem Drink am Balkon in der Sonne und entspannte mich nach dem anstrengenden Auspflanzen.

Die übrig gebliebene Mandel-Paste vom Siebe-Durchgang setzte ich am Sonntag spontan ein zweites Mal mit 500ml Wasser und 40 Gramm Zucker an (versuchsweise). Auch diese Mischung schmeckte nach 24 Stunden im Kühlschrank und neuerlichem Aussieben ganz lecker und war dann auch weniger süß. Sogar Trixie wollte davon naschen, so gut war das 🙂

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Insgesamt gingen sich etwa 1 Liter reine Erdmandelmilch in zwei Durchgängen aus, die ich über 3 Tage hinweg genießen konnte.

Für die Zukunft

Mit der nächsten Ernte werde ich womöglich noch ein drittes Mal Ansetzen probieren, bin gespannt wie weit ich die Erdmandeln „strecken“ kann. Erdmandelmilch werde ich auf jeden Fall wieder machen.

Die Wartezeit zwischen den einzelnen Arbeitsschritten kann man vermutlich um einiges verkürzen. Ich würde die Erdmandeln nicht unter 12 Stunden im Wasser quellen lassen, aber die Zeit zwischen Zermahlen, Zucker Zugeben und Sieben kann man sicher auf die Hälfte reduzieren.

Selbst gemacht: Anzuchtkäfig als Katzenschutz

Ihr wisst wahrscheinlich, wie Wohnungskatzen sich verhalten, wenn Sie Pflanzen oder, noch besser, Erde vorgesetzt bekommen?

Ungefähr so:

Oder gar so:

Auf jeden Falls lassen Clio und Trixie keine Gelegenheit aus, Blumentöpfe auszuleeren und Pflanzen anzuknabbern.  Das verträgt sich natürlich wenig mit meinen Ambitionen, heuer wieder Gemüsepflanzen für den Balkon am Fensterbrett vorzuziehen.

Die Lösung? Selbst gemachte Anzuchtkäfige, die den Pflänzchen in der ersten Zeit genügend Licht und Wärme ermöglichen, die Katzen aber effektiv davon fernhalten:

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Fertiger und halbfertiger Anzuchtkäfig

Mein Vater hat mich wie schon bei vorherigen Heimwerker-Projekten, tatkräftig unterstützt. Danke, Papa 🙂

1.) Planung

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Ein ungebetener Gast

Wie berichtet, hatte Trixie ja lange einen entzündeten Hintern. Leider brachte sie auch noch einen ungebetenen Gast in die Wohnung, der sich als äußerst hartnäckiger Kerl erwies. Nein, ich rede nicht von Flöhen oder Würmern, sondern von einem viel perfiderem Organismus: Dem Katzenpilz (Microsporum Canis).

Für die Behandlung von Trixies Entzündung musste ich sie mir im heißen August oft auf den Schoß legen. Durch die extreme Hitzewelle im Sommer 2018 trug ich natürlich keine langen Hosen, sondern eher Röcke und kurze Hosen, wodurch der Hautkontakt mit Trixie sehr intensiv war. Dass ich durch die kleinen Kätzchen und ihren Spieltrieb natürlich auch einige frische Kratzer überall am Körper hatte, gab den perfiden Pilzsporen auch noch den perfekten Zugang zu meiner Haut.

August: Die ersten Symptome

Die erste in unserem Haushalt, die vom Katzenpilz befallen wurde, war die arme Clio. Sie bekam Anfang August kleine kahle Stellen in ihren Vorderpfoten. Da ich bis dato noch keinerlei Erfahrungen mit Katzenpilz gemacht hatte, hielt ich diese kahlen Stellen zunächst für selbst zugefügten Haarausfall durch Stress-Lecken. Abwegig war der Gedanke nicht, war doch kaum zwei Wochen vorher Trixie eingezogen und hatte Clios Alleinherrschaft rüde unterbrochen.
Erst Ende August traten dann auch bei mir die ersten Symptome auf. Innerhalb von 3 Tagen erschienen auf meinen Oberschenkeln nach einander drei rote Kreise, die wie verrückt juckten. Den ersten offensichtlichen Pilzbefall an meiner Haut entdeckte ich erst so richtig am 30. August beim abendlichen Duschen.

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Am Abend zuvor begann mein Bein zu jucken, ich dachte mir nichts dabei, am nächsten Tag ging ich normal zur Arbeit, doch als ich mich am Abend in die Wanne setzte, fiel ich aus allen Wolken. Da blitzte mir plötzlich diese Hässlichkeit über meinem Knie entgegen.

 

Zuerst vermutete ich womöglich Borreliose oder irgendwas ähnlich Schlimmes. Nach etwas Internet-Recherche kam allerdings auch bald ein Pilz als Kandidat in Frage. Ich beschloss gleich am nächsten Tag zum Hausarzt zu gehen. Der erkannte den Pilz natürlich auf den ersten Blick und stellte mir als allererste Frage: „Hast du Katzen?“. Da war die Sache schon klar. Er verschrieb mir eine Cortison-haltige Pilzcreme und meinte nach etwa 3 Wochen sollte der Pilz abklingen.

20180902_141337Während ich noch im Arztzimmer saß, merkte ich schon, wie es weiter oben an meinem Oberschenkel zu jucken begann und langsam eine kleine knubbelige Erhebung (einem Mückenstich nicht unähnlich) entstand. Ich fuhr schnell zur Apotheke, kaufte die Creme und als ich knapp 20 Minuten später zuhause ankam, hatte sich an der juckenden Stelle bereits der nächste kleine Kreis gebildet:

Ich begann unverzüglich mit der Cremebehandlung. Am nächsten Montag (3. September) bekam ich auf dem anderen Oberschenkel auch noch eine kleine Stelle, doch diese begann ich schon zu behandeln bevor sich überhaupt ein Kreis bilden konnte.

September: Pilzcreme und Katzendusche

Mit den Kätzchen fuhr ich am 1. September zum Tierarzt und klagte ihm das Leid, das über unseren Haushalt hergefallen war. Zuerst wollte ich Tabletten gegen den Pilz haben, doch der Tierarzt meinte die gingen zu sehr auf die Leber und gab mir stattdessen eine kleine Flasche Anti-Pilz-Shampoo mit. Die Anweisung lautete, die Kätzchen drei Mal im Abstand von jeweils drei Tagen damit komplett einzushampoonieren, um die Pilzsporen abzutöten. Na, das konnte was werden.

Ich nahm die Kleinen für ihre erste Dusche mit zu meinen Eltern, die eine geschlossene Dusche haben (meine offene Badewanne eignet sich nicht dafür, klatschnasse Katzen drin zu behalten). Zum Duschen ließ ich eine lange Hose und einen langen Pullover an, denn ich wollte meine Haut nicht den panischen Katzenkrallen oder noch mehr Pilzsporen aussetzen.

20180906_193637 Clio machte den Anfang. Und siehe da – die Dusche war überraschend unkompliziert. Am Anfang, als das warme Wasser sich zum ersten Mal über sie ergoss, gefiel es ihr überhaupt nicht, sie versuchte zu flüchten und weinte ganz herzzerreißend. Als ich aber das Wasser abdrehte und eine ordentliche Menge des Pilzshampoos in ihre Haut einmassierte, blieb sie bereitwillig sitzen und fing sogar an zu schnurren. Ob das Abwehrschnurren war oder sie sich wirklich entspannte, lässt sich schwer sagen, aber sie war nicht mehr panisch und machte es sich zitternd auf meinem nassen Schoß bequem. Nach etwa 15-minütiger Massage- und Einwirkzeit spülte ich sie vorsichtig ab, was ihr ebenfalls nicht gefiel.
Auch bei Trixie war das Einshampoonieren selbst überhaupt  20180906_200444kein Problem, nur die erste Dusche und das Abspülen des Shampoos machten ihr zu schaffen.

Diese Prozedur wiederholten wir wie vom Tierarzt geraten noch zweimal nach jeweils drei Tagen. Die ganze Zeit über schmierte ich auch zweimal täglich meine eigenen Pilze mit der Creme ein. Insgesamt schmierte ich dreieinhalb Wochen lang, bis es aussah als würden die befallenen Hautstellen nicht mehr schuppen (ein Zeichen dafür, dass man nicht mehr ansteckend ist). Auch bei Clio waren die kahlen Stellen an den Beinen verschwunden.

Oktober/November: Dachtest du, ich wäre weg?

Nachdem ich die Cremebehandlung aufgehört hatte, war ich gute zwei Wochen lang beschwerdefrei. Auch bei den Katzen rührte sich nichts mehr. Die befallenen Hautstellen waren bei mir noch rot, aber es juckte nichts. Doch dann entstand ein weiterer kleiner juckender Knubbel im Inneren des ersten und zweiten Kreises. Einzig die letzte Stelle am anderen Bein verhielt sich ruhig.

Ich fing sofort wieder mit einer dreieinhalb-wöchigen Cremebehandlung an. Wieder bekam ich die neu aufgepoppten Stellen in den Griff, doch Mitte November erschienen plötzlich zwei neue Stellen zwischen den beiden ersten Kreisen. Da ich keine Cortisoncreme mehr hatte und es außerdem bereits Abend war, beschloss ich mal im Internet nach Alternativen zu suchen.

Apfelessig sei Dank!

Ich wurde schnell fündig – anscheinend macht Apfelessig das Hautmilieu für Pilze ungemütlich. Mehrere Foreneinträge waren sich da einig. Da ich kurzfristig sowieso keine Alternative hatte, wollte ich es versuchen. In der ersten Zeit tränkte ich zweimal täglich ein Wattepad mit Apfelessig und rieb über die befallenen Stellen. Zur Sicherheit inkludierte ich auch die alten Befallsstellen, damit sich dort nichts neues mehr bilden konnte. Und siehe da! Es kamen keine neuen Stellen mehr dazu. Nach etwa drei Wochen begannen die letzen Befallsstellen zu heilen.

Seit etwa Ende November reibe ich meinen Oberschenkel noch einmal täglich mit Apfelessig ein und lasse die Haut trocknen bevor ich mir was anziehe. Meine Haut sieht jetzt viel besser aus, der kleinere Ring ist komplett verschwunden, der große Ring und die neuen Stellen verblassen ebenfalls langsam.

Also ich kann euch, wenn ihr Katzenpilz zum Opfer fallen solltet, Apfelessig als Hausmittel empfehlen. Am Besten natürlich in Verbindung mit Creme- oder Tablettentherapie.

Ende gut, Alles gut?

Anfang Dezember fuhr ich wegen Kastration und möglicher Prolaps-OP für Trixie zu einem Tierarzt in Linz. Im Zuge dessen ließ ich die beiden auch auf Pilzsporen überprüfen. Dazu gibt es Schwarzlicht-Lampen, die die grün fluoreszierenden Pilzsporen im Katzenfell sichtbar machen. Sowohl Clio als auch Trixie waren komplett sporenfrei :).

Damit hoffe ich, dass dieser ungebetene Mitbewohner endlich endgültig ausgezogen ist. Nur die Zeit wird es zeigen, denn Pilzsporen können coole 1,5 Jahre außerhalb eines Wirts überleben und auf ein neuerliches Zuschlagen warten.

 

Trixie und der entzündete Popsch

Ende Juli zog ja Trixie bei uns ein. Die Zusammenführung klappte, wie schon hier beschrieben, ganz gut und Trixie ist ein aufgewecktes, energiegeladenes Kätzchen.

Allerdings machte sie mir gesundheitlich ein wenig Sorgen. Etwa vier Tage, nachdem Trixie eingezogen ist, hatte ich endlich Gelegenheit, sie rundherum zu betrachten. Da fiel mir auf, dass die Kleine einen komplett rot geschwollenen After hat – die rote Schleimhaut, die eigentlich im Inneren des Körpers liegen sollte, schaute bei ihr etwa fünf Millimeter aus dem Popsch heraus. Oh Schreck!

Entzündung oder Prolaps?

Auf den ersten Blick war ich nicht sicher, ob es sich bei Trixies Problem um eine einfache Entzündung oder einen Prolaps handelte. Eine Entzündung ist ja an sich mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, ein Prolaps ist komplizierter. Ein Prolaps entsteht, wenn ein Teil des Mastdarms aus dem After herausschaut. Bei alten Menschen tritt das gerne mal auf, aber eben auch bei kleinen Kätzchen. Normalerweise sollte sich das beim Wachsen von alleine geben. Wenn es das nicht tut, ist eine Operation notwendig, sonst kann die Katze anal inkontinent werden. Für eine Wohnungskatze, die ja ihr Geschäft nicht draußen in der Wiese erledigen kann, eine unmögliche Situation.

Also auf zum Tierarzt mit der Kleinen. Der hat dann leider einen Prolaps diagnostiziert und gemeint, ich müsste versuchen, die heraushängende Schleimhaut vorsichtig mit den Fingern in den After zurückzuschieben und „hineinzumassieren“. Nur so gäbe es die Chance, dass der Schließmuskel sich wieder festigen und irgendwann die Schleimhaut drin halten kann.

Die Tücken der Prolaps-Behandlung

In der ersten Zeit, als Trixie noch sehr klein war, war es noch einigermaßen leicht, sie festzuhalten. Mit Vaseline und Gummihandschuhen bewaffnet, legte ich sie mir also am Rücken auf den Schoß (eine Haltung, die Katzen normalerweise gar nicht mögen und Trixie ist da keine Ausnahme) und streichelte sie, während ich sie gleichzeitig sanft aber bestimmt fixierte. Mit der freien Hand strich ich dann ein wenig Vaseline auf ihren Popsch und versuchte, die Schleimhaut ins Innere ihres Körpers zu bugsieren. Leider stellte ich mich dabei nicht besonders geschickt an, sodass ich es immer nur halb schaffte, die Schleimhaut zu „versenken“. Und sie rutschte immer gleich wieder heraus.

Es halt nichts, ich brauchte Hilfe. Also verpflichtete ich nach dem Ende meines Urlaubs meine Eltern dazu, die Behandlung weiter zu versuchen, während ich in der Arbeit war. Die beiden sind in Pension und meine Mutter war früher Krankenschwester, hat also darin mehr Erfahrung als ich. Sie schafften es zu zweit immerhin ein paar Mal, die Schleimhaut ins Innere zu schieben, aber es war immer nur von kurzer Dauer. Sobald Trixie sich wieder etwas bewegte, rutschte alles wieder heraus.

Abwarten und Kot wegputzen

Einige Wochen der vergeblichen Bemühungen und mehrere Tierarztbesuche später war Trixie bereits deutlich gewachsen und auch deutlich schwieriger festzuhalten. Sie haxelte mit den Beinen und drehte und wand sich, sodass es irgendwann unmöglich wurde, sie regelmäßig allein zu behandeln.

Der Tierarzt gab mir als letzten Ausweg eine abschwellende Salbe mit, aber auch dort hatte ich das Problem, dass Trixie sich die Salbe nicht und nicht auf den Hintern schmieren lassen wollte. Von Einspritzen in den After (dafür gab es bei der Tube eine kleine Pipette) war gar nicht zu reden.

Irgendwann (etwa Ende September) gab ich auf und beschloss, erst einmal abzuwarten. Trixie hinterließ zu diesem Zeitpunkt leider bereits manchmal braune Kleckse auf den Fensterbrettern und Couchpolstern. Sie war noch nicht richtig inkontinent, aber manchmal blieb eben ein kleines Bröckchen Kot hängen, weil sie es durch den Prolaps nicht richtig abdrücken konnte, und das verteilte sie dann in der Wohnung. Noch war es nur ein sporadisches Problem, aber ich hatte Angst, dass es schlimmer werden würde. Trotzdem gab es zu dem Zeitpunkt nichts, was ich rasch dagegen tun konnte, denn für eine Operation war Trixie noch zu jung. Ich wollte sie vielleicht gemeinsam mit der Kastration vornehmen lassen, damit Trixie nicht zweimal in Narkose gelegt werden müsste.

Tierärzte wissen auch nicht alles

Anfang Dezember war Trixies Prolaps zum Glück nicht schlimmer geworden, aber leider auch nicht besser. Also machte ich einen Termin mit einem anderen Tierarzt aus, der eine Prolaps-OP vornehmen könnte, denn mein „Haus-„Tierarzt macht so etwas nicht.

Wir wurden also beim Tierartz vorstellig, er sah sich Trixies Popscherl an – und meinte dann: „Das ist noch gar kein richtiger Prolaps, da würde ich noch nicht operieren, sondern erst mal abschwellende Tabletten versuchen“. Und er gab mir 10 Stück Salazopyrin-Tabletten mit mit der Anleitung, Trixie jeden Tag eine Viertel-Tablette zu geben.

Gesagt, getan. Ich verbrauchte gleich mal drei oder vier Vierteln, bis ich herausgefunden hatte, wie ich Trixie dazu bringen konnte, die Tabletten auch zu fressen. Sie ließ sie sich nicht ganz eingeben, spuckte sie immer sofort wieder aus. Auch in Wasser aufgelöst über ihrem Katzenfutter verschmähte sie sie. Die zündende Idee war dann, ein paar Löffeln Joghurt mit der in sehr wenig Wasser aufgelösten Tablette zu vermischen. Siehe da, Trixie schleckte alles auf!

Wie durch ein Wunder schlugen die Tabletten nach etwa eineinhalb Wochen total gut an. Trixie’s rote Schleimhaut zog sich endlich dahin zurück, wo sie hingehörte. Es handelte sich also doch nur um eine Entzündung und keinen Prolaps. In der ersten Zeit kehrte die Schwellung manchmal wieder, aber seit etwa 2 Wochen ist sie ganz verschwunden. Trixies Schließmuskel tut seinen Teil und wird endlich stark genug, die Schleimhaut drinnen zu behalten.

Und die Moral von der Geschicht: Mein „Haus-„Tierarzt weiß zwar viel, aber alles weiß er nicht. Oft hilft es, eine zweite Meinung einzuholen und nicht gleich in Panik zu verfallen.

 

(K)Ein schönes neues Jahr für die Kätzchen

Die Sylvesternacht war für mich sehr angenehm. Es gab Raclette, meine Eltern kamen zu Besuch und von meinem Wohnzimmerfenster aus hatte ich den perfekten Erste-Reihe-Blick auf die Feuerwerke der Nachbarn. Ich brauchte nicht mal in die Kälte raus.

Nur Clio und Trixie hatten keine Freude an diesem Abend. Es war ihr erstes Sylvester und ich habe dieses Jahr bewusst entschieden, zuhause zu bleiben und ihnen beizustehen. Tagsüber war alles in Ordnung, sie waren entspannt und vergnügt. Als die ersten vereinzelten Knallereien um etwa Vier Uhr nachmittags losgingen, schien es ihnen auch noch nicht viel auszumachen.

Als die Knallerei um etwa 19 Uhr abends stärker wurde, flüchteten die beiden unter die Couch – und dort blieben sie bis nach Mitternacht. Sie fürchteten sich vor allem und jedem. Als meine Eltern kamen, wurden sie etwas neugierig und machten immer wieder Anstalten, aus ihrem Versteck hervorzukommen, aber etwas trieb sie immer wieder dorthin zurück.

Nichts war ihnen geheuer – sei es das ungewohnte Geklappere und Geraschle in der Küche, wo es für die Kätzchen wohl offensichtlich spukte, denn ich war ja im Wohnzimmer und versuchte die beiden herauszulocken, oder mein Vater, der durchaus etwas größer und imposanter ist als sie es von mir gewohnt sind. Dass es nur meine Mutter war, die in der Küche hantierte, und dass mein Vater die beiden ja nur streichen wollte, verstanden Clio und Trixie überhaupt nicht. Selbst der Geruch des bratenden Filets am Raclette-Grill konnte sie nicht hervorlocken – im Gegenteil verschreckte sie das Prasseln des Grills noch mehr, sodass sie sich erst nach dem Essen wieder kurz blicken ließen, als wir alle pappsatt auf die Couch sanken und das übliche Feiertagsprogramm im ORF einschalteten.

Meine Eltern gingen um kurz nach halb 12 und ich versuchte, die Kätzchen wieder zu beruhigen, aber als dann um Mitternacht der totale Höhepunkt der Knallerei erreicht wurde, gab ich es endgültig auf und schaute mir einfach das Feuerwerk an. Ich hab, das muss ich zugeben, auch einmal kurz das Fenster geöffnet, um auch die Feuerwerke hinter dem Haus etwas betrachten zu können. Mea culpa, das war ziemlich laut.

Um halb Eins klang die Knallerei langsam aus, aber es dauerte trotzdem noch fast 2 Stunden, bis Clio und Trixie sich wieder unter der Couch hervortrauten. Die armen Mäuse.

Alles in allem war es zumindest für mich trotzdem ein schöner Abend, aber für Katzen ist die Sylvesterknallerei auf jeden Fall eine Tortur. Mal sehen, ob es ihnen nächstes Jahr besser geht.

Und wie verbringen eure Katzen so den Sylvesterabend?

Frohe Weihnachten 2018

Heute ist Weihnachten, alle Geschenke sind verpackt, die vierte Kerze brennt am Kranz und alle warten auf das Christkind.

Aus gegebenem Anlass mache ich mal Pause vom Schnelldurchlauf des Jahres 2018. Nur eines möchte ich hier noch dokumentieren: Durch die neuen Kätzchen habe ich heuer davon abgesehen, einen eigenen Christbaum in der Wohnung aufzustellen, denn das hätte zwar für die beiden einen Riesenspaß bedeutet, aber auch für kaputten Schmuck und einen riesigen Saustall gesorgt. Also habe ich mich entschieden, meine Wohnung auf andere Weise katzensicher zu dekorieren, damit trotz der Rabauken auch etwas Weihnachtsstimmung aufkommt.

Katzensichere Weihnachtsdeko

Mit jungen Katzen ist der einzig wirklich sichere Weihnachtsschmuck der, der hoch oben angebracht ist. Dafür bieten sich Vorhangstangen hervorragend an, denn sie sind (für gewöhnlich) außer Reichweite für die Katzen und bieten gute Befestigungsmöglichkeiten für Zweige und Schmuck.

Ich habe zur Dekoration Tannenzweige verwendet. Die Tannenzweige habe ich spiegelverkehrt aneinandergelegt und die beiden Stämme fest mit Blumendraht umwickelt um die Zweige zu verbinden. Dann habe ich den 40 Jahre alten Holzschmuck meiner Mutter sowie verschiedene Zapfen, Schleifen, Kugeln und selbst getrocknete Orangenscheiben an den Zweigen befestigt. Den Schmuck habe ich in drei verschiedenen Farben passend zu den Vorhängen und dem Ambiente im Raum gewählt:

  • Wohnzimmer: Passend zu den rot-weißen Vorhängen habe ich rote und silberne bzw. weiße Kugeln und Schleifen und roten Holzschmuck verwendet.
  • Esszimmer: Passend zu den Orange-Braunen Vorhängen habe ich hier eher mit Naturmaterialien wie Tannenzapfen oder selbst getrockneten Orangenscheiben* gearbeitet.
  • Schlafzimmer: Passend zu den blauen Vorhängen habe ich vorwiegend blauen Holzschmuck, aber auch gelbe und bunte Stücke verwendet.

Am Ende habe ich die Zweige über die Stehleiter zu den Vorhangstangen hochgehievt und dort erst mal in der Mitte mit Spagat befestigt, damit sie nicht mehr runterfallen. Dann habe ich die Abzweigungen arrangiert und die Zweige zu den Spitzen hin noch drei oder vier Mal festgebunden. Der anstrengendste Teil war das Hochhalten der Zweige während des ersten Festbindens. Für mich doppelt schwierig, weil ich mich auf Leitern nicht unbedingt in meinem Element fühle und deshalb auch ein bisschen vor Angst schwitzte.

Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen:

*Orangenscheiben trocknen

  1.  Das Backrohr auf 90°C vorheizen.20181124_131419
  2. Eine ganze Orange (mit Schale) in ca. 6mm breite Scheiben schneiden.
  3. Die Orangenscheiben auf dem Rost des Backrohrs verteilen. Am Besten unten was unterstellen, damit der Saft aufgefangen wird.
  4. Die Backofentür schließen und wenn möglich leicht anspreizen, sodass die feuchte Luft entweichen kann.
  5. Auf Umluft schalten und die Orangenscheiben trocknen lassen.
  6. Bei 90°C und leicht geöffneter Tür dauert es etwa 4  Stunden, bis die Scheiben völlig ausgetocknet sind.

Wenn ihr mehr Zeit habt, könnt ihr die Orangenscheiben auch einfach an einem warmen Platz in Haus oder Wohnung an der Luft trocknen lassen.

Mit einer Nadel lässt sich dann leicht ein Faden in die Scheiben einziehen, damit ihr sie aufhängen könnt.

Bastelspaß auch für Katzen

Das Schöne an solchen Bastelarbeiten ist natürlich, dass die Miezen auch alles begutachten und „mithelfen“ können:

 

In diesem Sinne,

FROHE WEIHNACHTEN!

Juli: Clio zieht ein

Am 4. Juli 2018 zog die erste meiner beiden neuen Katzenmädchen bei mir ein: Clio.

Kurz-Steckbrief

Name: ClioIMG-20180617-WA0002

Geburtstag: 17. April

Charakter: Gemütlich, kuschelig, etwas bewegungsunwillig, mutig.

Angewöhnung

Ich richtete für Clio im Badezimmer einen „Save-Room“ ein, wo sie am ersten Abend mit einem Kratzbaum, etwas Futter und dem Katzenklo etwas zur Ruhe kommen konnte.

In den nächsten Tagen erweiterte ich Schritt für Schritt ihren Zugang zur Wohnung, vom Bad in den Flur, vom Flur ins Esszimmer und Wohnzimmer. Nur das Schlafzimmer ließ ich einstweilen katzenfrei, da ich ja noch ein zweites Kätzchen erwartete und nicht wollte, dass Clio das Schlafzimmer bereits völlig in Beschlag nahm.

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In der ersten Zeit versteckte sie sich natürlich noch unter der Couch und in diversen Ecken, zum Beispiel im Stauraum des ausziehbaren Esstisches oder in der Garderobenkommode.

 

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Ich schlug mein Lager (eine Jogamatte und eine Decke) am Esszimmerboden auf, machte dort jeden Tag ein Nickerchen und spielte mit Clio um sie mit meinem Geruch vertraut zu machen. Nach einigen Tagen zeigten meine Bemühungen Wirkung und sie legte sich bereits zu mir, wenn ich mein Nickerchen hielt.

 

Toilettentraining, wer braucht schon sowas?

Clio war von Anfang an komplett stubenrein. Ich musst ihr nur einmal zeigen, wo sich das Katzenkistchen befindet, von da an fand sie ganz von allein hinein und wusste instinktiv, was sie zu tun hatte. Ein paar kleine Unfälle passierten lediglich später, als ihre kleine Adoptivschwester Trixie dazukam. Mehr dazu später.

Ein paar Video-Impressionen