Selbst gemacht: Anzuchtkäfig als Katzenschutz

Ihr wisst wahrscheinlich, wie Wohnungskatzen sich verhalten, wenn Sie Pflanzen oder, noch besser, Erde vorgesetzt bekommen?

Ungefähr so:

Oder gar so:

Auf jeden Falls lassen Clio und Trixie keine Gelegenheit aus, Blumentöpfe auszuleeren und Pflanzen anzuknabbern.  Das verträgt sich natürlich wenig mit meinen Ambitionen, heuer wieder Gemüsepflanzen für den Balkon am Fensterbrett vorzuziehen.

Die Lösung? Selbst gemachte Anzuchtkäfige, die den Pflänzchen in der ersten Zeit genügend Licht und Wärme ermöglichen, die Katzen aber effektiv davon fernhalten:

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Fertiger und halbfertiger Anzuchtkäfig

Mein Vater hat mich wie schon bei vorherigen Heimwerker-Projekten, tatkräftig unterstützt. Danke, Papa 🙂

1.) Planung

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Das Kätzchen und die Zimmerpflanzen

Kennt ihr das auch? Ihr hegt und pflegt eure Zimmerpalmen oder Blühpflanzen oder Kakteen, habt es gerne grün oder bunt oder stachelig. Dann holt ihr euch eine Katze ins Haus und es geht los: Töpfe fallen um oder hinunter, springen oder brechen, Pflanzen werden angeknabbert oder komplett gefressen, Erde wird herausgepfötelt oder die ganze Pflanze gleich ausgegraben.

Mitte Juli war Clio bereits ein kleiner Wirbelwind, der die Wohnung erkundete, Grenzen auslotete und sich natürlich auch an meinen Zimmerpflanzen vergriff. Sie verwendete den Drachenbaum als Kratzbaum, spielte mit dem Weihnachtsstern, weil er so schön raschelt, und riss die Grünlilien auseinander.

Was also tun?

Ich sicherte meine Zimmerpflanzen auf drei verschiedene Arten:

  • So hoch hinaufstellen, dass die Kätzchen nicht drankommen
  • In Ampeln aufhängen
  • Auf der Stellfläche ankleben

In der ersten Zeit war es noch genug, die Grünlilien auf ein ca. eineinhalb Meter hohes Highboard zu stellen. Für größere Pflanzen, wie den Drachenbaum und den drei Jahre alten Weihnachtsstern (unglaublich buschig), musste ich mir was anderes einfallen lassen.

Also habe ich die Töpfe dieser Pflanzen einerseits mit einem übriggebliebenen Fliegennetz gesichert, damit Mietze keine Erde mehr herausfischen kann, und andererseits ohne Gnade mit Klebeband am Regal oder Fensterbrett befestigt, damit sie nicht mehr umfallen können.

Und so gehts:

  1. Topf abmessen.
  2. Fliegennetz ausbreiten und im Durchmesser des Topfes mit ca. 5 cm Zugabe rund ausschneiden.
  3. In der Mitte einen Auslass für die Pflanze schneiden und einen Spalt bis zum Rand, wo der Pflanzenstamm „hineinrutschen“ kann.
  4. Die Pflanze vom Fliegennetz umgeben.
  5. Das Netz mit Klebeband am Topf fixieren
  6. Den Spalt im Netz mit Klebeband verkleben, sodass die Pflanze mit 360° Netz umgeben ist.

 

Als das Highboard irgendwann nicht mehr gereicht hat, habe ich mir im Einrichtungshaus mit dem roten Stuhl drei Blumenampeln (mit Plastik ausgekleidete Töpfe mit mitgelieferten Seilen) an den Vorhangstangen aufgehängt und habe die Grünlilien samt Töpfen einfach dort hineingestellt. Natürlich ziehen die Katzen trotzdem die Ableger der Lilien ab, aber die Pflanzen an sich können sie nicht mehr zerstören.

Selbst gemacht: Balkonsicherung

Im Juni war bereits klar, dass bald zwei kleine Kätzchen bei mir einziehen würden. Da der Balkon laut Tierschutzgesetz (und gesunden Hausverstand, da meine Wohnung im 3. Stock liegt) mit einem Katzenschutznetz gesichert werden musste, ich aber die Möglichkeit haben wollte, das Netz leicht entfernen zu können, wenn ich Teppiche übers Geländer hängen möchte, haben wir den Balkon nach demselben Prinzip gesichert wie bei der Balkonbeschattung.

Nötige Materialen

  • Katzenschutznetz mit weniger als 4 cm Maschenweite
  • 4 normale oder Dämmstoffdübel
  • 4 Stahlhaken mit mindestens 3 mm Durchmesser
  • 4 Spannschrauben und 4 Spannringe
  • 2 Stahlseile mit 3 mm Durchmesser
  • Mehrere kleine Haken (+ Dübel) zum Befestigen des Katzenschutznetzes an den Seitenwänden
  • 4 Flacheisen, 2 davon mit 90° Winkel
  • 2 Holzstäbe (ca. 1 cm Stärke) mit Länge von Balkongeländer bis Decke

Montage

Die Flacheisen befestigten wir mit Schrauben auf Höhe des Balkongeländers direkt an der Verankerung des Geländers in den Seitenwänden. An der Decke schraubten wir die beiden Flacheisen mit Winkel so in den Blech-Regenschutz, dass die kurzen, 90° abgewinkelten Stellen an den Seitenwänden nach unten zeigten:

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In die Flacheisen bohrten wir dann die Löcher für die Stahlhaken, an denen wir jeweils eine Hälfte der Spannschrauben einhängten.

Als Netz wählten wir ein Netz aus verknüpften Nylonfäden im Maß von 3 mal 6 Metern(meine Balkonöffnung von Seitenwand zu Seitenwand und von Geländer zur Decke hat ca 2,50 mal 5,40 Meter).

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Die Stahlseile schnitten wir ab, sodass sie die gesamte Länge des Balkons plus ca. 20 cm Zugabe lang wurden. An die Seilenden befestigten wir die zweiten Hälften der Spannschrauben, dann fädelten wir das Katzenschutznetz auf das erste Seil auf und schraubten die Spannschrauben an den Seilenden mit ihren Gegenstücken an der Decke des Balkons zusammen, um das Netz

aufzuhängen.

Nach dem Aufhängen zogen wir das Netz glatt um zu schauen, in welche Maschenreihe wir das untere Seil einfädeln mussten. Danach schnitten wir den überschüssigen Teil des Netzes unten ab und wiederholten denselben Vorgang auf der Längsseite des Netzes.

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In die Seitenwände des Balkons zwischen unterem und oberem Seil schraubten wir im Abstand von etwa 30 cm noch einige kleine Haken mit sehr kleiner Öffnung, mit deren Hilfe wir die losen Enden des Netzes fest an der Wand befestigten, damit die Kätzchen an den Seiten nicht durchschlüpfen können.

Um meinen Plan, auch trotz des Netzes noch Teppiche und Decken über das Balkongeländer ausschütteln und auslüften zu können, umzusetzen, schnitten wir das Netz in der Mitte des Balkons von Geländer zur Decke hinauf auseinander. Danach fädelten wir zwei dünne Holzstäbe, die über die gesamte Höhe des Balkons von Geländer bis Decke reichen. Die Stäbe hängten wir dann sowohl in das obere als auch das untere Stahlseil mit kleinen Stahlhaken ein, die ordentlich an den Seilen verschoben werden können.

Fazit

Es ergibt eine Balkonsicherung, die ordentlich hält, mir aber trotzdem die Flexibilität lässt, das Netz aufzuschieben und das Balkongeländer weiterhin zum Beispiel mit Blumenkisten oder anderen Dingen zu dekorieren oder mal die Bettdecke zum Auslüften aufzuhängen.

Es funktioniert sehr gut, das Netz kann sich beim Auf- und Zuschieben manchmal etwas verheddern, das hat man aber schnell wieder entwirrt, weil das Netz sowieso entlang der Stahlseile und Holzstäbe befestigt ist und sich nicht komplett „verabschieden“ kann. Die Stäbe lassen sich dank der glatten Haken sehr gut verschieben, wodurch ich die beiden Hälften flexibel bis zu den Seitenwänden aufschieben oder die Stöcke mit Drahtstücken zusammenbinden und den Balkon komplett sichern kann.