Staphylokokken-Infektion bei Clio

Seit einigen Monaten hat Clio an der Nase einen braunen Fleck, der im Laufe von einigen Wochen den immer gleichen Zyklus durchläuft:

Zuerst ist er nur eine leicht bräunliche Stelle, dann wird er dunkler und dunkler, bis er fast schwarz ist. Dieser schwarze Schorf schält sich dann ab und der Kreis beginnt von vorne:

Staphylokokken
Dunkler Schorf an der Nase

Der Tierarzt hat vor ein paar Wochen die Diagnose „Staphylokokken-Infektion“ gestellt. Da Staphylokokken grundsätzlich überall um uns herum sind und vor allem auf der Haut und Schleimhaut von Mensch und Tier vorkommen, ist so eine äußerliche Infektion zum Glück nicht schlimm und kann in diesem frühen Stadium medikamentös behandelt werden.

Behandlung

Für die Behandlung muss ich Clio jeden Tag 3 Tropfen eines Medikaments mit dem Futter gemeinsam eingeben. Da Clio eher wenig frisst und sich das Medikament nicht direkt eingeben lässt, habe ich auf einen Kniff zurückgegriffen:

Clio mag sehr gerne die Katzen-Sticks von Activa Friends. Diese sind auch einigermaßen saugfähig, deshalb träufle ich die Tropfen einzeln auf die Sticks drauf und gebe ihr diese zum Fressen. Das funktioniert super und ich glaube, ich werde das zukünftig bei kleinen Mengen von Medizin immer so machen.

Der braune Fleck ist schon gut zurückgegangen und nur noch klein, also ist Clios Näschen bald wieder so weiß wie es eigentlich sein soll :).

Ein ungebetener Gast

Wie berichtet, hatte Trixie ja lange einen entzündeten Hintern. Leider brachte sie auch noch einen ungebetenen Gast in die Wohnung, der sich als äußerst hartnäckiger Kerl erwies. Nein, ich rede nicht von Flöhen oder Würmern, sondern von einem viel perfiderem Organismus: Dem Katzenpilz (Microsporum Canis).

Für die Behandlung von Trixies Entzündung musste ich sie mir im heißen August oft auf den Schoß legen. Durch die extreme Hitzewelle im Sommer 2018 trug ich natürlich keine langen Hosen, sondern eher Röcke und kurze Hosen, wodurch der Hautkontakt mit Trixie sehr intensiv war. Dass ich durch die kleinen Kätzchen und ihren Spieltrieb natürlich auch einige frische Kratzer überall am Körper hatte, gab den perfiden Pilzsporen auch noch den perfekten Zugang zu meiner Haut.

August: Die ersten Symptome

Die erste in unserem Haushalt, die vom Katzenpilz befallen wurde, war die arme Clio. Sie bekam Anfang August kleine kahle Stellen in ihren Vorderpfoten. Da ich bis dato noch keinerlei Erfahrungen mit Katzenpilz gemacht hatte, hielt ich diese kahlen Stellen zunächst für selbst zugefügten Haarausfall durch Stress-Lecken. Abwegig war der Gedanke nicht, war doch kaum zwei Wochen vorher Trixie eingezogen und hatte Clios Alleinherrschaft rüde unterbrochen.
Erst Ende August traten dann auch bei mir die ersten Symptome auf. Innerhalb von 3 Tagen erschienen auf meinen Oberschenkeln nach einander drei rote Kreise, die wie verrückt juckten. Den ersten offensichtlichen Pilzbefall an meiner Haut entdeckte ich erst so richtig am 30. August beim abendlichen Duschen.

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Am Abend zuvor begann mein Bein zu jucken, ich dachte mir nichts dabei, am nächsten Tag ging ich normal zur Arbeit, doch als ich mich am Abend in die Wanne setzte, fiel ich aus allen Wolken. Da blitzte mir plötzlich diese Hässlichkeit über meinem Knie entgegen.

 

Zuerst vermutete ich womöglich Borreliose oder irgendwas ähnlich Schlimmes. Nach etwas Internet-Recherche kam allerdings auch bald ein Pilz als Kandidat in Frage. Ich beschloss gleich am nächsten Tag zum Hausarzt zu gehen. Der erkannte den Pilz natürlich auf den ersten Blick und stellte mir als allererste Frage: „Hast du Katzen?“. Da war die Sache schon klar. Er verschrieb mir eine Cortison-haltige Pilzcreme und meinte nach etwa 3 Wochen sollte der Pilz abklingen.

20180902_141337Während ich noch im Arztzimmer saß, merkte ich schon, wie es weiter oben an meinem Oberschenkel zu jucken begann und langsam eine kleine knubbelige Erhebung (einem Mückenstich nicht unähnlich) entstand. Ich fuhr schnell zur Apotheke, kaufte die Creme und als ich knapp 20 Minuten später zuhause ankam, hatte sich an der juckenden Stelle bereits der nächste kleine Kreis gebildet:

Ich begann unverzüglich mit der Cremebehandlung. Am nächsten Montag (3. September) bekam ich auf dem anderen Oberschenkel auch noch eine kleine Stelle, doch diese begann ich schon zu behandeln bevor sich überhaupt ein Kreis bilden konnte.

September: Pilzcreme und Katzendusche

Mit den Kätzchen fuhr ich am 1. September zum Tierarzt und klagte ihm das Leid, das über unseren Haushalt hergefallen war. Zuerst wollte ich Tabletten gegen den Pilz haben, doch der Tierarzt meinte die gingen zu sehr auf die Leber und gab mir stattdessen eine kleine Flasche Anti-Pilz-Shampoo mit. Die Anweisung lautete, die Kätzchen drei Mal im Abstand von jeweils drei Tagen damit komplett einzushampoonieren, um die Pilzsporen abzutöten. Na, das konnte was werden.

Ich nahm die Kleinen für ihre erste Dusche mit zu meinen Eltern, die eine geschlossene Dusche haben (meine offene Badewanne eignet sich nicht dafür, klatschnasse Katzen drin zu behalten). Zum Duschen ließ ich eine lange Hose und einen langen Pullover an, denn ich wollte meine Haut nicht den panischen Katzenkrallen oder noch mehr Pilzsporen aussetzen.

20180906_193637 Clio machte den Anfang. Und siehe da – die Dusche war überraschend unkompliziert. Am Anfang, als das warme Wasser sich zum ersten Mal über sie ergoss, gefiel es ihr überhaupt nicht, sie versuchte zu flüchten und weinte ganz herzzerreißend. Als ich aber das Wasser abdrehte und eine ordentliche Menge des Pilzshampoos in ihre Haut einmassierte, blieb sie bereitwillig sitzen und fing sogar an zu schnurren. Ob das Abwehrschnurren war oder sie sich wirklich entspannte, lässt sich schwer sagen, aber sie war nicht mehr panisch und machte es sich zitternd auf meinem nassen Schoß bequem. Nach etwa 15-minütiger Massage- und Einwirkzeit spülte ich sie vorsichtig ab, was ihr ebenfalls nicht gefiel.
Auch bei Trixie war das Einshampoonieren selbst überhaupt  20180906_200444kein Problem, nur die erste Dusche und das Abspülen des Shampoos machten ihr zu schaffen.

Diese Prozedur wiederholten wir wie vom Tierarzt geraten noch zweimal nach jeweils drei Tagen. Die ganze Zeit über schmierte ich auch zweimal täglich meine eigenen Pilze mit der Creme ein. Insgesamt schmierte ich dreieinhalb Wochen lang, bis es aussah als würden die befallenen Hautstellen nicht mehr schuppen (ein Zeichen dafür, dass man nicht mehr ansteckend ist). Auch bei Clio waren die kahlen Stellen an den Beinen verschwunden.

Oktober/November: Dachtest du, ich wäre weg?

Nachdem ich die Cremebehandlung aufgehört hatte, war ich gute zwei Wochen lang beschwerdefrei. Auch bei den Katzen rührte sich nichts mehr. Die befallenen Hautstellen waren bei mir noch rot, aber es juckte nichts. Doch dann entstand ein weiterer kleiner juckender Knubbel im Inneren des ersten und zweiten Kreises. Einzig die letzte Stelle am anderen Bein verhielt sich ruhig.

Ich fing sofort wieder mit einer dreieinhalb-wöchigen Cremebehandlung an. Wieder bekam ich die neu aufgepoppten Stellen in den Griff, doch Mitte November erschienen plötzlich zwei neue Stellen zwischen den beiden ersten Kreisen. Da ich keine Cortisoncreme mehr hatte und es außerdem bereits Abend war, beschloss ich mal im Internet nach Alternativen zu suchen.

Apfelessig sei Dank!

Ich wurde schnell fündig – anscheinend macht Apfelessig das Hautmilieu für Pilze ungemütlich. Mehrere Foreneinträge waren sich da einig. Da ich kurzfristig sowieso keine Alternative hatte, wollte ich es versuchen. In der ersten Zeit tränkte ich zweimal täglich ein Wattepad mit Apfelessig und rieb über die befallenen Stellen. Zur Sicherheit inkludierte ich auch die alten Befallsstellen, damit sich dort nichts neues mehr bilden konnte. Und siehe da! Es kamen keine neuen Stellen mehr dazu. Nach etwa drei Wochen begannen die letzen Befallsstellen zu heilen.

Seit etwa Ende November reibe ich meinen Oberschenkel noch einmal täglich mit Apfelessig ein und lasse die Haut trocknen bevor ich mir was anziehe. Meine Haut sieht jetzt viel besser aus, der kleinere Ring ist komplett verschwunden, der große Ring und die neuen Stellen verblassen ebenfalls langsam.

Also ich kann euch, wenn ihr Katzenpilz zum Opfer fallen solltet, Apfelessig als Hausmittel empfehlen. Am Besten natürlich in Verbindung mit Creme- oder Tablettentherapie.

Ende gut, Alles gut?

Anfang Dezember fuhr ich wegen Kastration und möglicher Prolaps-OP für Trixie zu einem Tierarzt in Linz. Im Zuge dessen ließ ich die beiden auch auf Pilzsporen überprüfen. Dazu gibt es Schwarzlicht-Lampen, die die grün fluoreszierenden Pilzsporen im Katzenfell sichtbar machen. Sowohl Clio als auch Trixie waren komplett sporenfrei :).

Damit hoffe ich, dass dieser ungebetene Mitbewohner endlich endgültig ausgezogen ist. Nur die Zeit wird es zeigen, denn Pilzsporen können coole 1,5 Jahre außerhalb eines Wirts überleben und auf ein neuerliches Zuschlagen warten.

 

Trixie und der entzündete Popsch

Ende Juli zog ja Trixie bei uns ein. Die Zusammenführung klappte, wie schon hier beschrieben, ganz gut und Trixie ist ein aufgewecktes, energiegeladenes Kätzchen.

Allerdings machte sie mir gesundheitlich ein wenig Sorgen. Etwa vier Tage, nachdem Trixie eingezogen ist, hatte ich endlich Gelegenheit, sie rundherum zu betrachten. Da fiel mir auf, dass die Kleine einen komplett rot geschwollenen After hat – die rote Schleimhaut, die eigentlich im Inneren des Körpers liegen sollte, schaute bei ihr etwa fünf Millimeter aus dem Popsch heraus. Oh Schreck!

Entzündung oder Prolaps?

Auf den ersten Blick war ich nicht sicher, ob es sich bei Trixies Problem um eine einfache Entzündung oder einen Prolaps handelte. Eine Entzündung ist ja an sich mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, ein Prolaps ist komplizierter. Ein Prolaps entsteht, wenn ein Teil des Mastdarms aus dem After herausschaut. Bei alten Menschen tritt das gerne mal auf, aber eben auch bei kleinen Kätzchen. Normalerweise sollte sich das beim Wachsen von alleine geben. Wenn es das nicht tut, ist eine Operation notwendig, sonst kann die Katze anal inkontinent werden. Für eine Wohnungskatze, die ja ihr Geschäft nicht draußen in der Wiese erledigen kann, eine unmögliche Situation.

Also auf zum Tierarzt mit der Kleinen. Der hat dann leider einen Prolaps diagnostiziert und gemeint, ich müsste versuchen, die heraushängende Schleimhaut vorsichtig mit den Fingern in den After zurückzuschieben und „hineinzumassieren“. Nur so gäbe es die Chance, dass der Schließmuskel sich wieder festigen und irgendwann die Schleimhaut drin halten kann.

Die Tücken der Prolaps-Behandlung

In der ersten Zeit, als Trixie noch sehr klein war, war es noch einigermaßen leicht, sie festzuhalten. Mit Vaseline und Gummihandschuhen bewaffnet, legte ich sie mir also am Rücken auf den Schoß (eine Haltung, die Katzen normalerweise gar nicht mögen und Trixie ist da keine Ausnahme) und streichelte sie, während ich sie gleichzeitig sanft aber bestimmt fixierte. Mit der freien Hand strich ich dann ein wenig Vaseline auf ihren Popsch und versuchte, die Schleimhaut ins Innere ihres Körpers zu bugsieren. Leider stellte ich mich dabei nicht besonders geschickt an, sodass ich es immer nur halb schaffte, die Schleimhaut zu „versenken“. Und sie rutschte immer gleich wieder heraus.

Es halt nichts, ich brauchte Hilfe. Also verpflichtete ich nach dem Ende meines Urlaubs meine Eltern dazu, die Behandlung weiter zu versuchen, während ich in der Arbeit war. Die beiden sind in Pension und meine Mutter war früher Krankenschwester, hat also darin mehr Erfahrung als ich. Sie schafften es zu zweit immerhin ein paar Mal, die Schleimhaut ins Innere zu schieben, aber es war immer nur von kurzer Dauer. Sobald Trixie sich wieder etwas bewegte, rutschte alles wieder heraus.

Abwarten und Kot wegputzen

Einige Wochen der vergeblichen Bemühungen und mehrere Tierarztbesuche später war Trixie bereits deutlich gewachsen und auch deutlich schwieriger festzuhalten. Sie haxelte mit den Beinen und drehte und wand sich, sodass es irgendwann unmöglich wurde, sie regelmäßig allein zu behandeln.

Der Tierarzt gab mir als letzten Ausweg eine abschwellende Salbe mit, aber auch dort hatte ich das Problem, dass Trixie sich die Salbe nicht und nicht auf den Hintern schmieren lassen wollte. Von Einspritzen in den After (dafür gab es bei der Tube eine kleine Pipette) war gar nicht zu reden.

Irgendwann (etwa Ende September) gab ich auf und beschloss, erst einmal abzuwarten. Trixie hinterließ zu diesem Zeitpunkt leider bereits manchmal braune Kleckse auf den Fensterbrettern und Couchpolstern. Sie war noch nicht richtig inkontinent, aber manchmal blieb eben ein kleines Bröckchen Kot hängen, weil sie es durch den Prolaps nicht richtig abdrücken konnte, und das verteilte sie dann in der Wohnung. Noch war es nur ein sporadisches Problem, aber ich hatte Angst, dass es schlimmer werden würde. Trotzdem gab es zu dem Zeitpunkt nichts, was ich rasch dagegen tun konnte, denn für eine Operation war Trixie noch zu jung. Ich wollte sie vielleicht gemeinsam mit der Kastration vornehmen lassen, damit Trixie nicht zweimal in Narkose gelegt werden müsste.

Tierärzte wissen auch nicht alles

Anfang Dezember war Trixies Prolaps zum Glück nicht schlimmer geworden, aber leider auch nicht besser. Also machte ich einen Termin mit einem anderen Tierarzt aus, der eine Prolaps-OP vornehmen könnte, denn mein „Haus-„Tierarzt macht so etwas nicht.

Wir wurden also beim Tierartz vorstellig, er sah sich Trixies Popscherl an – und meinte dann: „Das ist noch gar kein richtiger Prolaps, da würde ich noch nicht operieren, sondern erst mal abschwellende Tabletten versuchen“. Und er gab mir 10 Stück Salazopyrin-Tabletten mit mit der Anleitung, Trixie jeden Tag eine Viertel-Tablette zu geben.

Gesagt, getan. Ich verbrauchte gleich mal drei oder vier Vierteln, bis ich herausgefunden hatte, wie ich Trixie dazu bringen konnte, die Tabletten auch zu fressen. Sie ließ sie sich nicht ganz eingeben, spuckte sie immer sofort wieder aus. Auch in Wasser aufgelöst über ihrem Katzenfutter verschmähte sie sie. Die zündende Idee war dann, ein paar Löffeln Joghurt mit der in sehr wenig Wasser aufgelösten Tablette zu vermischen. Siehe da, Trixie schleckte alles auf!

Wie durch ein Wunder schlugen die Tabletten nach etwa eineinhalb Wochen total gut an. Trixie’s rote Schleimhaut zog sich endlich dahin zurück, wo sie hingehörte. Es handelte sich also doch nur um eine Entzündung und keinen Prolaps. In der ersten Zeit kehrte die Schwellung manchmal wieder, aber seit etwa 2 Wochen ist sie ganz verschwunden. Trixies Schließmuskel tut seinen Teil und wird endlich stark genug, die Schleimhaut drinnen zu behalten.

Und die Moral von der Geschicht: Mein „Haus-„Tierarzt weiß zwar viel, aber alles weiß er nicht. Oft hilft es, eine zweite Meinung einzuholen und nicht gleich in Panik zu verfallen.