Mehr Freiheit für Clio und Trixie

Hier verspätet einer der Posts, den ich eigentlich für letzten Herbst am Plan hatte:

Spoiler: Clio und Trixie erhielten eine Katzentüre auf den Balkon hinaus. Große Freude bei allen Beteiligten, nur nicht beim Geldbeutel. Aber man gönnt sich ja sonst nichts und den Kätzchen gefällt es.

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Katzen-Vorlieben: Tomaten und Kartoffeln

Es gibt ja Katzen, die mögen Lebensmittel, die eigentlich nicht für sie zubereitet werden. Mein Kater Marvel (R.I.P. 2013 – 2015) zum Beispiel mochte Erdbeeren und sein Bruder Dee-Cee mag Bananen.

Neulich habe ich festgestellt, dass Trixie ein Faible für Tomaten und gekochte Kartoffeln hat. Sie leckt den Saft und isst Tomaten auch in Stücken, und Kartoffeln findet sie besonders toll. Natürlich darf ich ihr nicht zu viel davon geben, aber manchmal ein kleines Stückchen oder zwei darf schon sein.

Jetzt muss ich nur noch herausfinden, welche seltsame Köstlichkeit Clio wohl toll findet.


Und, welche unüblichen Dinge fressen eure Kätzchen gern?

Staphylokokken-Infektion bei Clio

Seit einigen Monaten hat Clio an der Nase einen braunen Fleck, der im Laufe von einigen Wochen den immer gleichen Zyklus durchläuft:

Zuerst ist er nur eine leicht bräunliche Stelle, dann wird er dunkler und dunkler, bis er fast schwarz ist. Dieser schwarze Schorf schält sich dann ab und der Kreis beginnt von vorne:

Staphylokokken
Dunkler Schorf an der Nase

Der Tierarzt hat vor ein paar Wochen die Diagnose „Staphylokokken-Infektion“ gestellt. Da Staphylokokken grundsätzlich überall um uns herum sind und vor allem auf der Haut und Schleimhaut von Mensch und Tier vorkommen, ist so eine äußerliche Infektion zum Glück nicht schlimm und kann in diesem frühen Stadium medikamentös behandelt werden.

Behandlung

Für die Behandlung muss ich Clio jeden Tag 3 Tropfen eines Medikaments mit dem Futter gemeinsam eingeben. Da Clio eher wenig frisst und sich das Medikament nicht direkt eingeben lässt, habe ich auf einen Kniff zurückgegriffen:

Clio mag sehr gerne die Katzen-Sticks von Activa Friends. Diese sind auch einigermaßen saugfähig, deshalb träufle ich die Tropfen einzeln auf die Sticks drauf und gebe ihr diese zum Fressen. Das funktioniert super und ich glaube, ich werde das zukünftig bei kleinen Mengen von Medizin immer so machen.

Der braune Fleck ist schon gut zurückgegangen und nur noch klein, also ist Clios Näschen bald wieder so weiß wie es eigentlich sein soll :).

Top 3 Lieblingsspielzeuge von Clio und Trixie zum Weltkatzentag

Heute ist der Weltkatzentag und zur Feier dieses schönen Tages möchte ich euch die drei absoluten Lieblingsspielzeuge meiner beiden Mädels vorstellen. Es muss dabei gar nicht besonders schick oder teuer zugehen, sondern ich habe festgestellt, dass den beiden die einfachsten Dinge schon reichen.

Platz 3: Eierkarton mit Leckerli

Dieses einfache Geschicklichkeitsspiel regt besonders Clio zu Höchstleistungen an. Ich packe dazu einfach in einen leeren Eierkarton einige gut riechende Leckerli hinein und mache den Karton zu. Dann stelle ich ihn auf den Boden und Clio versucht, den Karton aufzumachen und an die Leckerli zu kommen.

Manchmal schafft sie es, den Karton zu öffnen, ohne ihn zu zerstören, aber meistens klafft danach ein Loch darin. Manchmal lässt sie aber auch Trixie die Arbeit tun und erntet dann die Früchte der harten Arbeit:

Platz 2: Überreste eines Spielstabes

Man kennt ja die üblichen Spielstäbe mit Federn und knisternden Bändern an der Spitze. Während solche Spielstäbe meine beiden durchaus auch unterhalten können, wird der endgültige Zweck davon bei Trixie erst dann erreicht, wenn der Stab ausgedient hat und nur noch ein paar kurze Federn und die knisternden Bänder übrig sind:

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Trixie liebt es, diese Überreste der Spielstäbe zu apportieren. Sie bringt sie mir sogar in der Früh ins Bett und stupst und gurrt mich an, weil ich sie werfen soll. Wenn sie der Meinung ist, es muss jetzt gespielt werden, dann bringt sie mir die Quaste einfach direkt vor die Füße und schaut mich erwartungsvoll an:

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Und kaum werfe ich die Quaste, läuft sie auch schon hinterher und bringt sie ganz brav zurück:

Platz 1 – Weiterlesen 😉

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Katzeneis für überhitzte Gemüter

In den letzten Wochen war es sehr heiß in Österreich, mit bis zu 36 Grad Lufttemperatur. Durch die Südwestlage meines Balkons hatte es bei mir gleich mal 45 Grad, wenn die Sonne am Nachmittag voll hin schien.

Natürlich wollten Clio und Trixie trotzdem nach draußen und lagen dann auf den warmen Fliesen herum. Damit sie nicht überhitzten, stellte ich ihnen einen Katzenbrunnen sowie feuchte Handtücher zur Verfügung. Und irgendwann entdeckte ich auf www.artgerechtes-katzenleben.de die Idee, Eis für Katzen herzustellen.

Toll, das musste ich natürlich gleich ausprobieren.

Zutaten und Zubereitung

Ich habe das Rezept ein bisschen abgewandelt, da ich noch einige Probepackungen von diversen Katzensnacks zuhause hatte:

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Diese quetschte ich in den Standmixer und gab noch etwas Wasser dazu, damit es nicht zu dickflüssig wird. Dann schön für ein paar Minuten mixen, bis die Mischung cremig wurde:

Zum Einfrieren füllte ich die Masse in Schnapsstamperl, damit die Portion nicht zu groß wurde, die fror ich für eine Nacht im Gefrierfach ein:

Bewertung durch Clio und Trixie

Das Eis ist super angekommen, am besten zeigt das dieser Video-Beweis:

Zur Zeit haben wir zum Glück eine kleine Abkühlungsphase, aber so ein Eis mache ich auf jeden Fall wieder, wenn es wieder so heiß wird.

Happy Birthday, Trixie!

Heute ist Trixie 1 Jahr alt geworden 🙂

Zur Feier des Tages möchte ich hier ein bisschen über die Eigenheiten und Gewohnheiten berichten, die sich bei Trixie in ihrem ersten Lebensjahr entwickelt haben, und die das Zusammenleben mit ihr interessant machen.

Energiebündel

Trixie ist in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil von Clio. Sie ist weit energiegeladener, kann endlos lang einem Spielzeug hinterherjagen. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist, Haargummis und Federquasten zu apportieren. Wenn ich ein Haargummi oder Spielzeug werfe, jagt sie begeistert hinterher. In ca. 60 Prozent der Fälle hebt sie es dann auf und bringt es wieder zurück und das lustige Spiel geht von vorne los.

Auch die typischen „verrückten 5 Minuten“ kommen bei Trixie recht oft vor, dann hetzt sie kreuz und quer durch die Wohnung. Spielen kann sie generell bis zum sprichwörtlichen Umfallen, bis sie vor lauter Anspannung und Aufregung zu hecheln anfängt. Und kaum gönnt man ihr eine Minute Pause, kann sie schon wieder weitermachen.

Sowieso hat Trixie oft Flausen im Kopf und „versteckt“ sich gern in den unmöglichsten Orten:

Schüchterne Rampensau

Trixie steht gerne im Mittelpunkt. Sie bringt mir Spielzeug, weckt mich früh morgens auf, wenn sie spielen möchte und wenn ich mal in einen anderen Raum gehe und – der Horror! – die Tür hinter mir zumache, dann fängt sie wie verrückt an der Tür zu kratzen an. Sie weiß auch genau, wie sie meine Aufmerksamkeit erwecken kann, wenn sie sich ignoriert fühlt – sie kratzt einfach an diversen Schranktüren:

Diese Rampensau-Mentalität erstreckt sich allerdings nur auf mich, nicht auf andere Menschen. Wenn zu viele Besucher kommen, sondert Trixie sich ab und verbringt die Zeit lieber allein als sich – wie Clio – dazuzugesellen und kraulen zu lassen. Einzelne Besucher verkraftet sie eher, bleibt aber auch da nach dem ersten Beschnuppern auf Distanz. Nur durch Spielen und Leckerli kann man auch als Fremder ihr Herz ein bisschen erwärmen.

Kuschelmaus, aber unruhig

Auch Trixie liebt es, gekrault und gestreichelt zu werden. Sie liegt fast jeden Tag bei mir im Bett, wenn ich aufwache und lässt es sich gut gehen. Das macht für mich das Aufstehen natürlich nicht leichter.

Auch unter Tags ist Trixie ein richtiger Flirt, sie blinzelt mich oft an (der typische „Slow-Blink“, alle Katzenbesitzer wissen, wie das aussieht und was es bedeutet) und streckt ihren Kopf hoch wenn ich sie streichle. Beim Streicheln selbst kann sie nicht still liegen – nein, sie muss sich am Boden hin- und herwälzen, damit ich auch jeden Zentimeter (inklusive Bäuchlein) durchkraulen kann. Dabei streckt und reckt sie sich ganz genüsslich.


Ich bin froh, dass Trixie sich nach ihrem anfänglichen Status als Sorgenkind so wunderbar entwickelt hat und bin gespannt, was die Zukunft bringt 🙂

Emotionales Echo zwischen Katze und Mensch

In den letzten Wochen ist mir etwas aufgefallen: Clio hatte aufgehört, sich zum Kuscheln beim Abendessen zu mir zu legen und war generell sehr reserviert mir gegenüber. Wenn ich sie streicheln wollte, zeigte sie mir meistens die kalte Schulter (nur bei der Begrüßung nach der Arbeit wollte sie ein bisschen gekrault werden).

Die letzten Wochen waren eine unruhige und beschäftigte Zeit für mich, sowohl in der Arbeit als auch privat. Mit großen Releases von neuen Produkten, für die ich die Dokumentation verfassen und ausliefern musste, waren 10-Stunden-Tage und Wochenendarbeit keine Seltenheit. Dazu kam, dass ich mich privat um die Anzucht und das Pikieren von Pflanzen kümmern musste und durch diverse lang anstehende Termine fast schon sowas wie Freizeit-Stress hatte und dazu noch unregelmäßig schlief.

Erst heute habe ich zum ersten Mal seit zwei, drei Wochen nichts zu tun, konnte ausschlafen, muss keine Pflanzen pikieren, keine Dokumentation schreiben und keine Freunde oder Verwandte besuchen. Und siehe da – während ich diesen und den Post über Erdmandeln schreibe, liegt Clio seelenruhig auf meinem Schoß und lässt sich sanft kraulen. Auch vorhin, als ich auf der Couch saß und ein paar YouTube-Videos guckte, lag sie die ganze Zeit zwischen meinen Beinen unter der Decke und suchte meine Nähe.

Vielleicht liegt es daran, dass ich in letzter Zeit nicht viel Gelegenheit zum Stillsitzen und Durchatmen hatte, und diese Unruhe (sowohl äußerlich als auch innerlich) sich auf Clio übertragen hat. Vielleicht wollte Clio mir mit ihrem Verhalten aber auch klar machen, dass etwas nicht stimmte und ich gefälligst wieder ruhiger werden soll, fast als wollte sie mich dafür „bestrafen“, dass ich ständig auf Achse war und kaum Zeit für sie hatte.

Interessant ist dabei, dass Trixie mich nicht anders behandelte wie sonst, sie ließ sich nach wie vor kraulen, legte sich zu mir ins Bett und hatte ihren gewohnten Spieltrieb. Es kann gut sein, dass Clio ein Ausnahmefall, ein „Sensibelchen“ ist, aber ich glaube, dass viele Katzen sich auf emotionaler Ebene auf ihren Menschen einstellen und ihn genau wissen lassen, wenn etwas nicht in Ordnung ist.

Welche Erfahrungen habt ihr bei euren Katzen gemacht, wenn ihr mal über längere Zeit sehr beschäftigt und gestresst wart? Haben sie es weggesteckt oder konntet ihr Verhaltensänderungen feststellen?

Happy Birthday, Clio!

Heute feiert Clio ihren ersten Geburtstag 🙂

Zur Feier des Tages möchte ich hier ein bisschen über die Eigenheiten und Gewohnheiten berichten, die sich bei Clio in ihrem ersten Lebensjahr entwickelt haben, und die das Zusammenleben mit ihr lustig und interessant machen.

Kuschelmaus

Clio hat feste Kuschelzeiten, die sie mit eiserner Disziplin einhält: Sie legt sich immer dann zu mir und lässt sich durchkraulen, wenn ich beim Esstisch sitze und entweder Frühstück oder Abendessen mampfe oder am Laptop arbeite. Vielleicht liegt’s am Essen oder vielleicht liegt’s daran, dass ich zu diesen Zeiten brav still sitze und sie sich gemütlich anschmiegen kann – sie liebt es jedenfalls, sich neben mir in alle möglichen Verrenkungen zu begeben und jeden Zentimeter gestreichelt zu  bekommen, sogar am Bauch und an den Pfoten.

Natürlich kommt sie auch außerhalb dieser Zeiten gerne auf die Couch um zu kuscheln, sie mag aber keine Streicheleinheiten „im Vorbeigehen“, da hat sie wenig Geduld dafür und weicht eher aus.

Schleckermäulchen

Clio schleckt mit Freuden. Sie putzt hingebungsvoll nicht nur sich selbst, sondern auch (manchmal) Trixie und (bei jeder Kuschel-Session) mich.

Das hat schon angefangen, als sie ganz klein war. Schon nach ein paar Tagen fing sie an, mich abzuschlecken. Wenn ich sie streichle, schleckt sie fast schon automatisch meine Finger ab. Das fühlt sich an wie eine Handmassage und ist durchaus angenehm, zumindest auf der Handfläche.

Bergsteigerin

Clio will hoch hinaus. Sie sitzt nicht nur mit Freude auf dem Anzuchtkäfig am Fensterbrett, sondern liebt es, aufgehängte Teppiche oder Ähnliches dazu zu benutzen, auf Türen hinaufzuklettern und dann darauf zu balancieren.

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Mittlerweile kommt sie sogar von selbst wieder herunter.

Outdoor-Fan

Clio liebt es, auf den Balkon rauszugehen. Bei jedem Wetter. Sobald ich in der Früh aufstehe, steht sie schon parat und maunzt mich bei der Balkontüre an, dass sie raus möchte.

Wenn ich dann die Balkon- und Fliegengittertüre aufmache, schnuppert sie erst raus und entschließt sich nach zirka einer halben Minute und kurz bevor ich die Tür wieder schließe (vor allem im Winter), rauszugehen. Wenn der Balkonboden kalt ist, schüttelt sie nach jedem Schritt ihre Pfoten aus, läuft aber tapfer weiter.

Am Balkon sitzt sie dann am Fensterbrett, oder auf einem Regal und schaut in die Welt hinaus, oder jagt Insekten, die sich vor allem abends an die hell erleuchtete Fensterscheibe trauen.

Leider hat Clio noch nicht verstanden, wie man die Fliegengittertüre von außen aufmacht (Trixie hat da mehr Erfolg), deshalb sitzt sie dann meistens nach 10 Minuten armselig maunzend neben der Türe und bittet darum, wieder eingelassen zu werden. Die Abstände werden jetzt im Frühling natürlich immer größer, da sitzt sie gerne auch mal eine Stunde lang draußen und schaut den Vögeln zu.

Spiel-Muffel?

Clio ist ein eher lethargischer Spieler. Wo Trixie wie ein Wirbelwind durch die Wohnung jagt, sitzt Clio meistens nur elegant da und schaut zu. Vielleicht ist ihr Trixies Energielevel einfach zu hoch und sie möchte ihr nicht in die Quere kommen (es ist recht schwierig mit Clio zu spielen, wenn Trixie sofort auf alles losgeht was interessant ist). Oder vielleicht mag sie einfach nicht so gern herumtollen.

Manchmal legt natürlich auch Clio los, vor allem wenn es darum geht, eine lose herabhängende oder schwingende Schnur zu erhaschen. Dann hopst sie auf der Couch oder am Bett herum und stürzt sich gerne auf die Schnur. Aber grundsätzlich scheint sie weit weniger Bewegungsbedarf zu haben als Trixie.

Vielleicht lieber Gedankenspiele?

Ich glaube, Clio möchte lieber ein wenig tüfteln und hat große Freude daran, zum Beispiel Leckerli aus einer schwer zugänglichen Ritze oder Schachtel herauszuziehen. Besonders bewährt hat sich dabei, wenn ich Leckerli in einen leeren Eierkarton hineingebe und diesen dann leicht verschließe und vor ihr auf den Boden stelle. Sie kann dann die Leckerli riechen, aber muss sich ordentlich anstrengen und auch mal ihren Kopf und ihre Pfoten benutzen, um die Nascherei zu erwischen.

Auch das Klicker-Training macht sie mit viel Elan mit. Sie ist generell recht Futter-motiviert, deshalb eignen sich Snacks sehr gut als Belohnung.


Für das Klicker-Training, das ich mit den beiden mache, wird es demnächst einen eigenen Post geben.

Selbst gemacht: Anzuchtkäfig als Katzenschutz

Ihr wisst wahrscheinlich, wie Wohnungskatzen sich verhalten, wenn Sie Pflanzen oder, noch besser, Erde vorgesetzt bekommen?

Ungefähr so:

Oder gar so:

Auf jeden Falls lassen Clio und Trixie keine Gelegenheit aus, Blumentöpfe auszuleeren und Pflanzen anzuknabbern.  Das verträgt sich natürlich wenig mit meinen Ambitionen, heuer wieder Gemüsepflanzen für den Balkon am Fensterbrett vorzuziehen.

Die Lösung? Selbst gemachte Anzuchtkäfige, die den Pflänzchen in der ersten Zeit genügend Licht und Wärme ermöglichen, die Katzen aber effektiv davon fernhalten:

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Fertiger und halbfertiger Anzuchtkäfig

Mein Vater hat mich wie schon bei vorherigen Heimwerker-Projekten, tatkräftig unterstützt. Danke, Papa 🙂

1.) Planung

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Ein ungebetener Gast

Wie berichtet, hatte Trixie ja lange einen entzündeten Hintern. Leider brachte sie auch noch einen ungebetenen Gast in die Wohnung, der sich als äußerst hartnäckiger Kerl erwies. Nein, ich rede nicht von Flöhen oder Würmern, sondern von einem viel perfiderem Organismus: Dem Katzenpilz (Microsporum Canis).

Für die Behandlung von Trixies Entzündung musste ich sie mir im heißen August oft auf den Schoß legen. Durch die extreme Hitzewelle im Sommer 2018 trug ich natürlich keine langen Hosen, sondern eher Röcke und kurze Hosen, wodurch der Hautkontakt mit Trixie sehr intensiv war. Dass ich durch die kleinen Kätzchen und ihren Spieltrieb natürlich auch einige frische Kratzer überall am Körper hatte, gab den perfiden Pilzsporen auch noch den perfekten Zugang zu meiner Haut.

August: Die ersten Symptome

Die erste in unserem Haushalt, die vom Katzenpilz befallen wurde, war die arme Clio. Sie bekam Anfang August kleine kahle Stellen in ihren Vorderpfoten. Da ich bis dato noch keinerlei Erfahrungen mit Katzenpilz gemacht hatte, hielt ich diese kahlen Stellen zunächst für selbst zugefügten Haarausfall durch Stress-Lecken. Abwegig war der Gedanke nicht, war doch kaum zwei Wochen vorher Trixie eingezogen und hatte Clios Alleinherrschaft rüde unterbrochen.
Erst Ende August traten dann auch bei mir die ersten Symptome auf. Innerhalb von 3 Tagen erschienen auf meinen Oberschenkeln nach einander drei rote Kreise, die wie verrückt juckten. Den ersten offensichtlichen Pilzbefall an meiner Haut entdeckte ich erst so richtig am 30. August beim abendlichen Duschen.

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Am Abend zuvor begann mein Bein zu jucken, ich dachte mir nichts dabei, am nächsten Tag ging ich normal zur Arbeit, doch als ich mich am Abend in die Wanne setzte, fiel ich aus allen Wolken. Da blitzte mir plötzlich diese Hässlichkeit über meinem Knie entgegen.

 

Zuerst vermutete ich womöglich Borreliose oder irgendwas ähnlich Schlimmes. Nach etwas Internet-Recherche kam allerdings auch bald ein Pilz als Kandidat in Frage. Ich beschloss gleich am nächsten Tag zum Hausarzt zu gehen. Der erkannte den Pilz natürlich auf den ersten Blick und stellte mir als allererste Frage: „Hast du Katzen?“. Da war die Sache schon klar. Er verschrieb mir eine Cortison-haltige Pilzcreme und meinte nach etwa 3 Wochen sollte der Pilz abklingen.

20180902_141337Während ich noch im Arztzimmer saß, merkte ich schon, wie es weiter oben an meinem Oberschenkel zu jucken begann und langsam eine kleine knubbelige Erhebung (einem Mückenstich nicht unähnlich) entstand. Ich fuhr schnell zur Apotheke, kaufte die Creme und als ich knapp 20 Minuten später zuhause ankam, hatte sich an der juckenden Stelle bereits der nächste kleine Kreis gebildet:

Ich begann unverzüglich mit der Cremebehandlung. Am nächsten Montag (3. September) bekam ich auf dem anderen Oberschenkel auch noch eine kleine Stelle, doch diese begann ich schon zu behandeln bevor sich überhaupt ein Kreis bilden konnte.

September: Pilzcreme und Katzendusche

Mit den Kätzchen fuhr ich am 1. September zum Tierarzt und klagte ihm das Leid, das über unseren Haushalt hergefallen war. Zuerst wollte ich Tabletten gegen den Pilz haben, doch der Tierarzt meinte die gingen zu sehr auf die Leber und gab mir stattdessen eine kleine Flasche Anti-Pilz-Shampoo mit. Die Anweisung lautete, die Kätzchen drei Mal im Abstand von jeweils drei Tagen damit komplett einzushampoonieren, um die Pilzsporen abzutöten. Na, das konnte was werden.

Ich nahm die Kleinen für ihre erste Dusche mit zu meinen Eltern, die eine geschlossene Dusche haben (meine offene Badewanne eignet sich nicht dafür, klatschnasse Katzen drin zu behalten). Zum Duschen ließ ich eine lange Hose und einen langen Pullover an, denn ich wollte meine Haut nicht den panischen Katzenkrallen oder noch mehr Pilzsporen aussetzen.

20180906_193637 Clio machte den Anfang. Und siehe da – die Dusche war überraschend unkompliziert. Am Anfang, als das warme Wasser sich zum ersten Mal über sie ergoss, gefiel es ihr überhaupt nicht, sie versuchte zu flüchten und weinte ganz herzzerreißend. Als ich aber das Wasser abdrehte und eine ordentliche Menge des Pilzshampoos in ihre Haut einmassierte, blieb sie bereitwillig sitzen und fing sogar an zu schnurren. Ob das Abwehrschnurren war oder sie sich wirklich entspannte, lässt sich schwer sagen, aber sie war nicht mehr panisch und machte es sich zitternd auf meinem nassen Schoß bequem. Nach etwa 15-minütiger Massage- und Einwirkzeit spülte ich sie vorsichtig ab, was ihr ebenfalls nicht gefiel.
Auch bei Trixie war das Einshampoonieren selbst überhaupt  20180906_200444kein Problem, nur die erste Dusche und das Abspülen des Shampoos machten ihr zu schaffen.

Diese Prozedur wiederholten wir wie vom Tierarzt geraten noch zweimal nach jeweils drei Tagen. Die ganze Zeit über schmierte ich auch zweimal täglich meine eigenen Pilze mit der Creme ein. Insgesamt schmierte ich dreieinhalb Wochen lang, bis es aussah als würden die befallenen Hautstellen nicht mehr schuppen (ein Zeichen dafür, dass man nicht mehr ansteckend ist). Auch bei Clio waren die kahlen Stellen an den Beinen verschwunden.

Oktober/November: Dachtest du, ich wäre weg?

Nachdem ich die Cremebehandlung aufgehört hatte, war ich gute zwei Wochen lang beschwerdefrei. Auch bei den Katzen rührte sich nichts mehr. Die befallenen Hautstellen waren bei mir noch rot, aber es juckte nichts. Doch dann entstand ein weiterer kleiner juckender Knubbel im Inneren des ersten und zweiten Kreises. Einzig die letzte Stelle am anderen Bein verhielt sich ruhig.

Ich fing sofort wieder mit einer dreieinhalb-wöchigen Cremebehandlung an. Wieder bekam ich die neu aufgepoppten Stellen in den Griff, doch Mitte November erschienen plötzlich zwei neue Stellen zwischen den beiden ersten Kreisen. Da ich keine Cortisoncreme mehr hatte und es außerdem bereits Abend war, beschloss ich mal im Internet nach Alternativen zu suchen.

Apfelessig sei Dank!

Ich wurde schnell fündig – anscheinend macht Apfelessig das Hautmilieu für Pilze ungemütlich. Mehrere Foreneinträge waren sich da einig. Da ich kurzfristig sowieso keine Alternative hatte, wollte ich es versuchen. In der ersten Zeit tränkte ich zweimal täglich ein Wattepad mit Apfelessig und rieb über die befallenen Stellen. Zur Sicherheit inkludierte ich auch die alten Befallsstellen, damit sich dort nichts neues mehr bilden konnte. Und siehe da! Es kamen keine neuen Stellen mehr dazu. Nach etwa drei Wochen begannen die letzen Befallsstellen zu heilen.

Seit etwa Ende November reibe ich meinen Oberschenkel noch einmal täglich mit Apfelessig ein und lasse die Haut trocknen bevor ich mir was anziehe. Meine Haut sieht jetzt viel besser aus, der kleinere Ring ist komplett verschwunden, der große Ring und die neuen Stellen verblassen ebenfalls langsam.

Also ich kann euch, wenn ihr Katzenpilz zum Opfer fallen solltet, Apfelessig als Hausmittel empfehlen. Am Besten natürlich in Verbindung mit Creme- oder Tablettentherapie.

Ende gut, Alles gut?

Anfang Dezember fuhr ich wegen Kastration und möglicher Prolaps-OP für Trixie zu einem Tierarzt in Linz. Im Zuge dessen ließ ich die beiden auch auf Pilzsporen überprüfen. Dazu gibt es Schwarzlicht-Lampen, die die grün fluoreszierenden Pilzsporen im Katzenfell sichtbar machen. Sowohl Clio als auch Trixie waren komplett sporenfrei :).

Damit hoffe ich, dass dieser ungebetene Mitbewohner endlich endgültig ausgezogen ist. Nur die Zeit wird es zeigen, denn Pilzsporen können coole 1,5 Jahre außerhalb eines Wirts überleben und auf ein neuerliches Zuschlagen warten.